Archiv für den Autor: Rose & Dmowska

Google aktualisiert Übersetzer-App

Google hat bei einem umfangreichen Update zunächst einmal die Kamera-Funktion seiner Übersetzer-App verbessert. Nun kann man sich besser Straßenschilder oder ein Restaurant-Menü übersetzen lassen: Einfach die Linse darauf halten und auf dem Bildschirm erscheint der übersetzte Text auf seinem ursprünglichen Hintergrund. Zusätzlich werden nun 60 zusätzliche Sprachen unterstützt. Damit sind nun 88 verschiedene Ausgangssprachen verfügbar, die sich mithilfe der Kamera in über 100 Zielsprachen übersetzen lassen. Sprachen wie Arabisch, Thailändisch und Vietnamesisch, die in beliebten Ferienländern gesprochen werden, sind neu. Ebenso ist nun nicht mehr nur Englisch die Zielsprache, sondern man kann beispielsweise auch vom Italienischen ins Deutsche übersetzen lassen. Außerdem gibt es nun eine Funktion zum Erkennen der Sprache, praktisch beim Bereisen multilingualer Länder. Wie bisher lassen sich die für die Übersetzung nötigen Daten auch offline speichern, so dass man zur Nutzung der App nicht auf das Mobilfunknetz oder WLAN angewiesen ist. Google gibt zudem an, dass sich die Qualität der Übersetzungen verbessert haben soll. So habe man die von Google entwickelte Neural Machine Translation-Technologie in die App integriert. Sie sorge für 55 bis 85 weniger Übersetzungsfehler. Die Google Übersetzer-App gibt es kostenlos für iOS und Android.

Auch Übersetzer können sich zertifizieren lassen

Auch Handbücher, Beipackzettel und Bedienungsanleitungen müssen übersetzt werden, sollen die Produkte international vertrieben werden. Gerade in diesen Bereichen ist fehlerfreies Übersetzen unabdingbar, da gerade im medizinischen Bereich sonst gravierende Folgen auftreten können. Denn medizintechnische Unternehmen befassen sich unter anderem mit Krankenhaustechnik, medizinischen Geräten und bildgebender Diagnostik. Ist das Unternehmen im internationalen Umfeld tätig, müssen Bedienungsanleitungen, technische Dokumentationen oder Verträge und Haftungsvereinbarungen von professionellen Übersetzern in die jeweils benötigte Sprache übersetzt werden. Ebenso ist eine fehlerfreie Übersetzung nötig bei Dokumenten, die alle bedeutenden Inhalte zu Nutzung, Wartung und Reparatur technischer Geräte enthalten. Um ein Übersetzerbüro zu finden, das auf diesem Spezialgebiet eine einwandfreie Arbeit zu liefern imstande ist, hilft eine spezielle Norm (DIN EN ISO 17100), die ganz genau festlegt, welche Arbeitsprozesse und Vorgaben beim Übersetzen höchste Qualität garantieren. Ein Unternehmen, das nicht nur nach dieser Norm arbeitet, sondern nach dieser Norm auch wirklich zertifiziert wurde, hat sich einem langen Prüfungsprozess unterzogen. Am Ende wird offiziell bestätigt, dass das Unternehmen nach allen denkbaren Qualitätsmaßstäben arbeitet und einwandfreie Qualität liefert.

Vom Wind verweht

Eine literarische Übersetzung steht immer im Kontext zu der Zeit, in der sie angefertigt wurde und dem Geist dieser Epoche. EIn Beispiel dafür ist die Umbenennung von Dostojewskis „Schuld und Sühne“ 1994 durch eine neue Übersetzung zu „Verbrechen und Strafe“, da diese Übersetzung genauer ist.

Die literarische Herbstsaison hat nun wieder eine Neuigkeit: „Vom Winde verweht“ heißt jetzt „Vom Wind verweht“. Unter diesem Titel erscheint kommenden Januar die neue Übersetzung von Liat Himmelheber und Andreas Nohl. Der Roman „Gone With The Wind“ von Margaret Mitchell erschien im Jahr 1936. Die Autorin verstarb 1949, wodurch nun, 70 Jahre nach ihrem Tod, die Rechte an dem Werk gemeinfrei werden. Darum bringt der Kunstmann-Verlag die Neuausgabe am ersten Werktag 2020 auf den Markt. Die neuen Übersetzer der Neuauflage haben nun festgestellt, dass sich der Ton des amerikanischen Originals von dem der deutschen Erstübersetzung stark unterscheidet. Mitchells sachlicher Stil entspricht dem unsentimentalen Zeitgeist nach dem Ersten Weltkrieg, wohingegen die erste deutsche Version eher neoromantisch geprägt ist. Deswegen soll der neue Roman in einem nüchterneren Ton herausgebracht werden, wozu auch der neue, prosaische Titel zählt. Bei der Neuübersetzung einer Geschichte aus den Dreißigerjahren, die von schwarzen Sklaven und weißen Herrschaften handelt, stellen sich aber auch andere Fragen. Um rassistische Stereotype zu meiden, so die Übersetzer, wird es in der Neuübersetzung keine ‚Neger‘ oder ‚Wulstlippen‘ mehr geben.

Auch die Bahn will verstanden sein

Für die Bearbeitung des Fahrgastrechte-Formulars der Bahn und eines Benutzerhandbuchs hat der Bundesverband der Dolmetscher und Übersetzer (BDÜ) zwei Masterstudentinnen der Universität Hildesheim ausgezeichnet. Ziel der Aufgabe war es dabei, nicht in eine Fremdsprache zu übersetzen, sondern in verständliches Deutsch, wie der BDÜ am Samstag mitteilte. 40 Worte beinhaltet das Fahrgastformular der Bahn oftmals in nur einem Satz und mutet damit insbesondere Menschen mit einer Leseeinschränkung einiges zu. Die Preisträgerin Loraine Keller aus Nieder-Olm bei Mainz erforschte für ihre Masterarbeit, welche Probleme Behinderte mit dem Formular haben und wie diese durch eine Übersetzung in Leichte Sprache ausgeräumt werden können. Die Burgdorferin Gülyat Agirman wurde für ihre Arbeit zum verständlichen Formulieren einer technischen Dokumentation in einem Benutzerhandbuch ausgezeichnet. Sie setzte sich damit auseinander, wie eine Darstellung aus einer technischen Fachsprache in ein für alle verständliches Deutsch übertragen werden kann. Seit 2011 werden an der Universität in Hildesheim Übersetzer auch für das Übertragen von Texten in Leichte Sprache ausgebildet und es gibt auch eine Forschungsstelle Leichte Sprache.