Archiv für den Autor: Rose & Dmowska

Fortschritt bei online-Übersetzerdienst

Vor einiger Zeit haben wir über die Sexismus-Debatte beim Google-Übersetzer berichtet. Nun kündigte der Internetkonzern an, geschlechtergerechter werden zu wollen, zum Beispiel durch Anzeigen der weiblichen neben der männlichen Variante bei Übersetzungen: also auch Ärztin neben Arzt. Zunächst möchte Google diese Neuerung für die Sprachen Französisch, Spanisch, Italienisch und Portugiesisch einführen, aber weitere sollen folgen. In dem Statement der Firma hieß es, in der Vergangenheit habe Google Translate nur eine Übersetzung angeboten und damit unbeabsichtigt den allgemeinen Sexismus reproduziert. Das gelte auch für Wörter wie „Krankenschwester“, wo bis dato keine männliche Variante angeboten wurde. Diese gibt es etwa im Deutschen in Form von Krankenpfleger. Weiterhin will sich das Unternehmen in Zukunft auch um die Vorschläge bei der Autovervollständigung kümmern und irgendwann ebenso um diverse Geschlechter. Mal sehen, wie sinnvoll und effizient Google das umsetzt.

Übersetzer in Bayern

Für Bayerns Gerichte stehen derzeit 4977 Dolmetscher und Übersetzer zur Verfügung, teilte das Justizministerium in München mit Verweis auf die länderübergreifende Dolmetscher- und Übersetzerdatenbank mit. Dabei seien alle öffentlich bestellt und allgemein beeidigt.

Über die Personalentwicklung der vergangenen Jahre konnte ein Ministeriumssprecher keine Angaben machen. Es seien aber keine Probleme bekannt, neue Dolmetscher zu finden.

Vor allem seit der Ankunft Hunderttausender Flüchtlinge im Jahr 2015 ist die Zahl von Asylverfahren vor den Verwaltungsgerichten in Deutschland stark angestiegen und es werden schon nur für diese Verfahren zahlreiche Dolmetscher benötigt.

Videospiele – auch zu übersetzen

Es ist ein hervorhebungswürdiger Vorteil von deutschen Medien, dass hier den Fernsehzuschauern alles in verständlichen Häppchen auf dem Silbertablett serviert wird, was in anderen europäischen Ländern lange keine Selbstverständlichkeit ist. Das gilt unter anderem und vor allem für Übersetzungen und Synchronisationen von Filmen. Und Videospielen. Hier ist das Metier besonders herausfordernd: Die Produktionspläne der Spieleentwickler sind meist eng gestrickt und es ist dabei sogar dann noch viel zu tun, wenn alle Texte in der Originalversion vorliegen. Dann geht es nämlich an weitere Sprachversionen, die die Spieleübersetzer erarbeiten, die für die Übersetzung sämtlicher Texte im Game zuständig sind. Neben den gesprochenen Texten der vorkommenden Figuren müssen sie unter anderem auch die Menüs sowie sämtliche Eigennamen übersetzen. bei der Übersetzung eines Spiels wird, ähnlich wie bei normaler Literaturübersetzung, nicht nur Text von einer Sprache in eine andere übertragen. Auch der bestimmte kulturelle Kontext, der meist örtlich deutlich begrenzt ist, muss angepasst werden und diesen Vorgang bezeichnet man als Lokalisierung. Dabei arbeiten diese Übersetzer überwiegend unter Zeitdruck, da Veröffentlichungsdaten bereits in einer frühen Phase der Entwicklung feststehen und zwingend eingehalten werden müssen, sodass die Zeit für Übersetzungen meist hintenüber fällt. Das Problem verschärft sich bei freiberuflichen Übersetzern, die sich nur auf Informationen aus einem Briefing stützen können, wenn das Videospiel noch nicht vorliegt und Hintergrundinformationen, Textbeispiele oder vergleichbares Material fehlt. Ebenso müssen die Übersetzer sich der Herausforderung stellen, die Texte oft nicht originalgetreu zu übersetzen, sondern so, dass die Spieler wissen, was sie als nächstes zu tun haben. Also dann: Auf ins nächste (Vidoe-) Abenteuer!

Neue Sprachen für Europa

Irland ist seit dem Jahr 1973 Mitglied in der EU und zunächst übersetzten die Iren ins Englische. Als Malta beitrat und Maltesisch im Jahr 2004 einführte, auch wenn alle Malteser Englisch sprechen, erinnerten sich die Iren ebenso an ihre zweite Amtssprache, das Gälische, das bis 2022 gleichberechtigte Amtssprache werden soll, obwohl nur jeder 48. Ire Muttersprachler ist und nicht mal alle irischen Parlamentarier die Sprache verstehen. Die Kommission sucht derzeit händeringend Übersetzer für Gälisch, denn die Sprache ist ein Sonderfall. Weil die Sprache keine Lehnwörter kennt, müssen Übersetzer sehr oft neue Wörter erfinden, wie zum Beispiel für das Modewort „Mobilisierung“ oder „terroristisch“. Pro Jahr wächst das Gälische dadurch um 100 Begriffe. Dabei erzeugt es durchaus Konflikte, wenn jedes Land seine eigenen Sprachen berücksichtigt haben möchte. Um kein Land zu diskriminieren, behandelt die EU alle gleich. Jeder kriegt seine Sprache, keiner will verzichten. Nach dem Wunsch der Iren 2004 meldeten sich die Spanier und wollten Katalanisch, Baskisch und Galicisch einführen. Auch deutsche Parlamentarier schimpfen gern in Richtung Brüssel. Aber nicht, weil sie Bürokratie in Brüssel abbauen wollen. Sie wollen noch mehr Dokumente übersetzt haben.