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Gibt es bald für alles ein Digital-Dolmetscher?

Die Entwicklung der Digitalplatformen für das Dolmetschen in verschiedenen Sprachen ist einerseits als Fortschritt zu begrüßen. Andererseits bringt es Unheil für einen ganzen Berufszweig der professionellen Dolmetscher. Unter anderem werden Gebärden-Dolmetscher davon betroffen. Bayern vergibt sogar schon Preise im Bereich Digitalisierung von Dolmetscherleistungen.

Das Jahr 2022 steht für das Bayerische Staatsministerium für Digitales unter dem Motto ´Markt.Wirtschaft.Digital´. Digitalministerin Judith Gerlach präsentierte jetzt das neue Jahresthema ihres Hauses: „Wir identifizieren und fördern in diesem Jahr zahlreiche digitale Lösungen und Initiativen, die Bayerns Wirtschaft zugutekommen. Dafür haben wir verschiedene Projekte in der Pipeline: Beispielsweise wollen wir das Potenzial Künstlicher Intelligenz ausnutzen und konkrete Anwendungsmöglichkeiten für Betriebe aufzeigen. Insbesondere mit dem Projekt ´KI Transfer Plus´ unterstützen wir kleine und mittelständische Unternehmen beim Aufbau und der konkreten Anwendung von KI-Kompetenzen. Oder sorgen mit dem Unternehmenskonto dafür, dass alle Unternehmen einen einfachen und zentralen Zugang zu Verwaltungsleistungen haben. Mit dem Nachwuchsnetzwerk ´NextGeneration4Bavaria´ bieten wir der Nachfolgegeneration im Mittelstand Möglichkeiten zum Wissenstransfer und wertvollen Austausch mit Experten der digitalen Transformation. Damit haben wir im neuen Jahr die Stärkung unserer bayerischen Wirtschaft klar im Fokus und schauen, wie wir die Macherinnen und Macher bestmöglich unterstützen sowie Entwicklungsimpulse setzen können. Die Digitalisierung ist der Booster für unsere Marktwirtschaft. Es ist deshalb wichtiger denn je, die Menschen bei dieser Entwicklung mitzunehmen und zu befähigen. Fort- und Weiterbildung werden dabei eine ganz entscheidende Rolle spielen. Denn anknüpfend an das vorhergehende Jahresmotto `Digitale Teilhabe` bleibt es wichtig, die Bürgerinnen und Bürger zentral in den Mittelpunkt der Digitalisierung zu stellen.“

Eine positive Bilanz zog Gerlach zum Jahresthema des vergangenen Jahres „Digitale Teilhabe“. Hier wurden zahlreiche Projekte und Initiativen gestartet. Demnach ging der jährliche Digitalpreis b.digital in verschiedenen Kategorien an Projekte für einen digitalen Dolmetscher für Gebärdensprache und an eine Initiative für Barrierefreiheit im Webdesign.

https://www.bayern.de/jahresthema-2022-fuer-digitalministerium-ist-markt-wirtschaft-digital-gerlach-macherinnen-und-macher-im-fokus/

„Die Schlümpfe“ in hessischer Mundart

„Blauschlümpp unn Schwazzschlümpp“ ist die erste von drei Geschichten eines neuen Schlümpfe-Bandes. Es ist der erste Band der Comic-Reihe überhaupt, der in einem Dialekt erscheint. Er heißt ganz schlicht „Die Schlümpp uff Hessisch“. Der Autor und Übersetzer ist vor acht Jahren auf der Frankfurter Buchmesse mit der Mundart-Idee an den Splitter-Verlag herangetreten. Im Hinterkopf habe er „Asterix babbelt hessisch“ von 1997 gehabt und war damals beeindruckt, dass man das so übersetzen könne.  Verlagsgründer Horst Gotta, wie Ehlert gebürtiger Hesse, sei begeistert gewesen. Zunächst waren die französische Rechteinhaber skeptisch, da der Verlag den Vertrieb in Deutschland gerade erst übernommen hatte. Ende vergangenen Jahres sei dann plötzlich eine Mail mit der Zusage gekommen, ab dem 1. Mai ist der Comic nun im Handel erhältlich.

Wertvolle Hilfe für Geflüchtete

Ob Arztbesuche oder Behördengänge: Für Zugewanderte, die noch nicht gut Deutsch sprechen, sind solche wichtigen Termine eine Herausforderung. In Halle werden sie von ehrenamtliche Übersetzerinnen und Übersetzer zu den Terminen begleitet. Die Ehrenamtlichen sind selbst Geflüchtete und Migrantinnen. Beiden Seiten wird damit bei der Intergration geholfen. Tarek Ali leitet das Projekt „Paten und Lotsen“, das es seit September 2016 gibt. Das Projekt war eine Idee der Freiwilligenagentur Halle. Mittlerweile ist „Paten und Lotsen“ Teil des Projekts „Willkommen in Halle – Engagiert für Integration“ und ist im Welcome-Treff in der Geiststraße 58 angesiedelt. Seit Beginn der Corona-Pandemie ist es im laut Ali sonst stets vollen Welcome-Treff still. Angebote wie gemeinsames Kochen, Deutschkurse oder Hilfe beim Ausfüllen von Dokumenten sind ins Internet verlagert worden – soweit möglich. Doch die Paten und Lotsen könnten bei Vor-Ort-Terminen weiterhin direkten Kontakt zu Zugewanderten halten. Während vereidigte Dolmetscher Geld kosten, übersetzen die etwa 60 Ehrenamtlichen ohne Aufwandsentschädigung. Sie erhielten nur einen Zuschuss zu Fahrtkosten. Insgesamt übersetzen die Paten und Lotsen in mehr als 15 Sprachen. Besonders nachgefragt seien Arabisch, Kurdisch und Persisch. Die Ehrenamtlichen müssen mindestens Deutschkenntnisse auf B2-Niveau haben, also fließend sprechen können. Pro Woche gebe es bis zu 50 Termine, zu denen Geflüchtete oder Migranten begleitet würden. Die Zahlen seien seit Beginn des Projekts etwa konstant.

Schreiben gegen e-Lending

Mehrere Autoren- und Übersetzer-Verbände protestieren in einem Schreiben unter anderem an Kulturstaatsministerin Monika Grütters dagegen, den § 42b zur Digitale Leihe in das Urheberrechtsgesetz (UrhG) aufzunehmen. Dieser soll dazu verpflichten, Bibliotheken eine Lizenz für den Verleih von E-Books einzuräumen, sobald diese erschienen sind. Die Verbände vertreten die Position, dass das Urheberrecht als Ausschließlichkeitsrecht, eben mit der Möglichkeit der Verweigerung einer Lizenz, zu den grundlegenden Rechten einer Urheber eines Werkes gehöre. Es gäbe keinerlei begründbaren Anlass, beim E-Lending ein vom Deutschen Bibliothekenverband (dbv) behauptetes Gemeinwohlinteresse über die Rechte der Autoren und Übersetzer auf Entscheidungsfreiheit und Wahrung des wirtschaftlichen Schutzes ihrer Leistungen zu setzen.