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„Die Schlümpfe“ in hessischer Mundart

„Blauschlümpp unn Schwazzschlümpp“ ist die erste von drei Geschichten eines neuen Schlümpfe-Bandes. Es ist der erste Band der Comic-Reihe überhaupt, der in einem Dialekt erscheint. Er heißt ganz schlicht „Die Schlümpp uff Hessisch“. Der Autor und Übersetzer ist vor acht Jahren auf der Frankfurter Buchmesse mit der Mundart-Idee an den Splitter-Verlag herangetreten. Im Hinterkopf habe er „Asterix babbelt hessisch“ von 1997 gehabt und war damals beeindruckt, dass man das so übersetzen könne.  Verlagsgründer Horst Gotta, wie Ehlert gebürtiger Hesse, sei begeistert gewesen. Zunächst waren die französische Rechteinhaber skeptisch, da der Verlag den Vertrieb in Deutschland gerade erst übernommen hatte. Ende vergangenen Jahres sei dann plötzlich eine Mail mit der Zusage gekommen, ab dem 1. Mai ist der Comic nun im Handel erhältlich.

Wertvolle Hilfe für Geflüchtete

Ob Arztbesuche oder Behördengänge: Für Zugewanderte, die noch nicht gut Deutsch sprechen, sind solche wichtigen Termine eine Herausforderung. In Halle werden sie von ehrenamtliche Übersetzerinnen und Übersetzer zu den Terminen begleitet. Die Ehrenamtlichen sind selbst Geflüchtete und Migrantinnen. Beiden Seiten wird damit bei der Intergration geholfen. Tarek Ali leitet das Projekt „Paten und Lotsen“, das es seit September 2016 gibt. Das Projekt war eine Idee der Freiwilligenagentur Halle. Mittlerweile ist „Paten und Lotsen“ Teil des Projekts „Willkommen in Halle – Engagiert für Integration“ und ist im Welcome-Treff in der Geiststraße 58 angesiedelt. Seit Beginn der Corona-Pandemie ist es im laut Ali sonst stets vollen Welcome-Treff still. Angebote wie gemeinsames Kochen, Deutschkurse oder Hilfe beim Ausfüllen von Dokumenten sind ins Internet verlagert worden – soweit möglich. Doch die Paten und Lotsen könnten bei Vor-Ort-Terminen weiterhin direkten Kontakt zu Zugewanderten halten. Während vereidigte Dolmetscher Geld kosten, übersetzen die etwa 60 Ehrenamtlichen ohne Aufwandsentschädigung. Sie erhielten nur einen Zuschuss zu Fahrtkosten. Insgesamt übersetzen die Paten und Lotsen in mehr als 15 Sprachen. Besonders nachgefragt seien Arabisch, Kurdisch und Persisch. Die Ehrenamtlichen müssen mindestens Deutschkenntnisse auf B2-Niveau haben, also fließend sprechen können. Pro Woche gebe es bis zu 50 Termine, zu denen Geflüchtete oder Migranten begleitet würden. Die Zahlen seien seit Beginn des Projekts etwa konstant.

Schreiben gegen e-Lending

Mehrere Autoren- und Übersetzer-Verbände protestieren in einem Schreiben unter anderem an Kulturstaatsministerin Monika Grütters dagegen, den § 42b zur Digitale Leihe in das Urheberrechtsgesetz (UrhG) aufzunehmen. Dieser soll dazu verpflichten, Bibliotheken eine Lizenz für den Verleih von E-Books einzuräumen, sobald diese erschienen sind. Die Verbände vertreten die Position, dass das Urheberrecht als Ausschließlichkeitsrecht, eben mit der Möglichkeit der Verweigerung einer Lizenz, zu den grundlegenden Rechten einer Urheber eines Werkes gehöre. Es gäbe keinerlei begründbaren Anlass, beim E-Lending ein vom Deutschen Bibliothekenverband (dbv) behauptetes Gemeinwohlinteresse über die Rechte der Autoren und Übersetzer auf Entscheidungsfreiheit und Wahrung des wirtschaftlichen Schutzes ihrer Leistungen zu setzen.

Überetzer-Preis in Strealen vergeben

Die deutsche Literaturübersetzerin Helga van Beuningen erhält in diesem Jahr den renommierten Straelener Übersetzerpreis der Kunststiftung NRW. Die 75-Jährige übersetzt seit vielen Jahren Autoren aus dem Niederländischen. Den mit 25 000 Euro dotierten Preis bekommt sie für die Übersetzung von Marieke Lucas Rijnevelds Romas „Was man sät“. Zugleich werde das Lebenswerk der Übersetzerin gewürdigt. Den mit 5000 Euro verbundenen Förderpreis erhalte die Essenerin Anna-Nina Kroll, so die Stiftung. Die Preise sollen, wenn die Corona-Situation es zulässt, im September in Straelen vergeben werden.
Das Europäische Übersetzer-Kollegium in der Kleinstadt Straelen am Niederrhein gilt als weltweiter Treffpunkt für professionelle Literatur- und Sachbuch-Übersetzer. Bei der Gründung 1978 zählten Schriftsteller wie Heinrich Böll, Samuel Beckett und Max Frisch zu den Unterstützern. Zum Kollegium gehören sechs Häuser mit 30 Appartements. In der Bibliothek stehen unter anderem 35 000 Lexika in über 275 Sprachen und Dialekten.