Kategorie-Archiv: Aktuell

Unsere Gene und die Sprache

Warum fällt es manchen Menschen einfacher, eine Sprache zu lernen als anderen? Forscher wollen herausfinden, ob es an einer sogenannten Sprachbegabung oder in unseren Genen festgelegt ist.

Das ist bis heute ein großes Streitthema. Am Max-Planck-Institut für Psycholinguistik in Nijmegen versucht man zum Beispiel die genetischen und neurobiologischen Netzwerke zu entschlüsseln, die Sprache und Sprechen zugrunde liegen. Die Forscher sind dabei auf das Gen FOXP2 gestoßen, das als so genannter „Transkriptionsfaktor“ die Aktivität von etwa 1.000 Genen reguliert. Auch die Sprachwissenschaft hat ihre eigenen, verschiedensten Theorien und Methoden zum Spracherwerb: Von behavioristischen Spracherwerbstheorien aus den 1970er-Jahren, die Lernen als Prinzip der Konditionierung versteht, also Lernen durch Imitation und Wiederholung bis zur Automatisierung – bis aktuell hin zum Immersionsmodell, auch „Sprachbad“ genannt. Es zielt auf das Eintauchen in die Sprache, indem man sich ihr so intensiv wie möglich aussetzt.

Neue Funktion bei Siri-Übersetzer

Die Siri-Kurzbefehle sind für Nutzer von iOS 12 seit einer ganzen Weile eine Erleichterung, da sie den Funktionsumfang von Apples Sprachassistentin um ein Vielfaches erweitern. Mittlerweile kann auch der Google Übersetzer eben jene Siri-Kurzbefehle unterstützen, um einen Umweg zu einer wichtigen Funktion zu ersparen. Nach dem aktuellen Update taucht der entsprechende Punkt in den Einstellungen der App auf: Siri kann nun zweisprachige Unterhaltungen nach einem Kurzbefehl starten. Wenn schon einmal eine zweisprachige Unterhaltung innerhalb der App geführt wurde, tauchen genau diese als Option zum Aktivieren per Siri-Kurzbefehl in der dortigen Übersicht auf. Über das „+“ kann man ansonsten auch eine neue Option hinzufügen.

Studenten aufgepasst!

Wenn du ein Faible für Literatur hast, sprachbegabt bist und schon immer einmal Erfahrung als Übersetzer*in sammeln wolltest, dann ist der Aufruf des web-Magazins web.Moritz, das von Greifswalder Studierenden gemacht wird, genau das richtige für dich: Aktuell werden noch Studierende der Baltistik, Fennistik, Skandinavistik und der Slawistik/Ukrainistik gesucht, die Lust haben an den Neuen Nordischen Novellen VII teilzunehmen.

Alleine oder in kleineren Gruppen übersetzen die Teilnehmenden Kurzgeschichten oder Lyrik von Newcomern der literarischen Szene aus ihren jeweiligen Sprachen ins Deutsche. Es können nicht nur neue Erfahrungen im Übersetzen gesammelt werden, sondern die Teilnehmenden erhalten Einblicke ins Verlagswesen und bekommen die Möglichkeit, sich mit zukünftigen Übersetzer*innen vieler Sprachen zu vernetzen und auszutauschen. Am Ende des Projektes soll eine Anthologie aus Nord- und Osteuropa entstehen, die veröffentlicht wird.

Wer Teil dieses großartigen Studierenden-Projekts werden möchte, kann sich einfach per E-Mail an neuenordischenovellenvii@gmx.de melden unter Angabe der Sprache(n), die gerne übersetzt werden wollen. Die Projektleiterinnen werden sich dann mit den Neugierigen befassen.

Neue Korrektur-Software

Die Kundenliste des 2002 gegründeten Berliner Unternehmens Acrolinx enthält unter anderem Firmen wie Google, Facebook, Microsoft, Nestlé oder Boeing, die auf diese Expertise vertrauen. Entstanden ist das Berliner Unternehmen als Ausgründung des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI). Das Besondere an Acrolinx ist deren Entwicklung: eine Art digitaler Lektor, eine Software, um die Sprachqualität zu analysieren und Verbesserungsvorschläge zu machen. Wenn diese Software installiert ist, braucht man nur Word zu öffnen und es ploppt ein Fenster auf. Die Software bewertet den übersetzten Text mit einem Punktesystem, wobei 100 ideal wäre. Bei 80 wird die Farbe des Fensters grün. Die Probleme im Beispieltext fangen schon bei der Überschrift an. Über drei Zeilen erstreckt sie sich. „Zu lang?“, heißt es in den Anmerkungen im Fenster daneben. Auch sonst sind viele Wörter und ganze Sätze blau markiert. Bemängelt werden dort eine hohe Dichte an Substantivierungen und sogenannte Passivkonstruktionen, was typisch für Behördendeutsch ist. Das Programm warnt auch bei einer zu hohen Dichte an Nebensätzen, was helfen soll, den Text leichter verständlich zu machen. Ebenso fragt die Software bei manchen Wörtern, ob diese nicht als Floskel gestrichen werden können. Die Verbesserung von Verständlichkeit und Stil ist jedoch nur ein Aspekt. Sechs Sprachen beherrscht Acrolinx: Deutsch, Englisch, Japanisch, Chinesisch, Französisch und Schwedisch. Auch dort soll man die Übersetzungen leicht verständlich überarbeiten können.