Kategorie-Archiv: Aktuell

Neuer Normvertrag für Literaturübersetzer

Der Verband der Literaturübersetzer (VdÜ), der VS – Verband deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller und der Börsenverein haben sich auf einen Normvertrag mit erweitertem Rechtekatalog geeinigt. Diesen Normvertrag können VErlage und Übersetzer als Muster ihrer Vertragsbeziehung zugrunde legen. Die neue Fassung des Normvertrags wurde etwa um E-Book- bzw. Onlinerechte ergänzt. Ebenso wurde die Honorarklausel aktualisiert und an die Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs angepasst. Unter Beachtung von Urheberrechten soll der zeitgemäße Normvertrag zur Rechtssicherheit für Übersetzer beitragen.

Der fehlbare Übersetzer

Ein in Südtirol wohnhafter Süditaliener steht in Innsbruck wegen versuchter Bestechung vor Gericht, was jedoch nur einem großen Missverständnis zu verdanken ist, für das die Translator-Funktion von Google „veratwortlich“ ist. Zu dem Zwischenfall kam es, als der süditalienische Koch im Sommer Richtung Norden reiste und gleich hinter der Staatsgrenze in eine Polizeikontrolle geriet, die daraufhin knapp ein Promille Alkohol wurden darauf im Blut feststellte. Als ihm die Beamten belehren und die Weiterfahrt untersagen wollten, stellte sich heraus, dass der Italiener weder Englisch noch Deutsch verstand. Um sich verständlich zu machen, griffen die Polizeibeamten auf den Google-Translator zurück und erklärten ihm so die Folgen seines Verhaltens und die zu erwartende Höhe der Strafzahlung. Der Italiener zückte daraufhin ebenso sein Handy und gab ein: „Io pago ben.“, was soviel heißt wie: „Ich zahle schon!“ Doch Google legte „ben“ als „bene“ aus und somit wurde den Beamten Folgendes ausgespuckt: „Ich bezahle gut!“. Dies wurde als Bestechungsversuch gewertet. Im Prozess wurde aber auch durch die Staatsanwaltschaft festgestellt, dass hier der technische Helfer einfach falsch übersetzt hatte.

Tagung Theorieübersetzungsgeschichte

Auf Einladung des Literaturwissenschaftlers Wolfgang Hottner fand im November 2018 unter dem Titel „Theorieübersetzungsgeschichte“ am Peter-Szondi-Institut der Freien Universität Berlin eine Tagung statt, bei der über die Übersetzung theoretischer Texte diskutiert worden ist. Die Geschichte des Instituts ist selbst ein gutes Beispiel für das Zusammengehen von Theorie und Übersetzung, denn viele Übersetzer französischer Philosophie ins Deutsche studierten hier Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft. Wichtige Diskussionsthemen waren unter anderem: Theorie ist auf Übersetzungen bezogen, weil sie sich auf andere Theorien bezieht und selbst Arbeit an Sprache ist. Sie ist außerdem ein genuin internationales Phänomen. Umgekehrt setzt Übersetzen mindestens ein Verständnis von Sprache voraus und bedarf somit einer theoretischen Einstellung zur Sprache. Bei der Besprechung einzelner, gelungener und nicht gelungener Übersetzungen wurden Nachfragen zu einzelnen Passagen gestellt. Man versuchte nicht zuletzt zu definieren, was überhaupt eine gelungene oder nichtgelungene Übersetzung sei. Zudem wurde der Gedanke aufgeworfen, ob es die Spezifik von Theorie sei, durch ihre Übersetzung zu gewinnen statt zu verlieren. Ebenso unterhielten sich die Teilnehmer darüber, was es bedeute, Texte zu übersetzen, die schon einmal übersetzt wurden und ob es etwas wie eine Übersetzungstradition gebe.

Literaturstipendien lohnen sich

Vier Autorinnen und Autoren sowie ein Übersetzer erhalten in diesem Jahr Literaturstipendien des Landes Niedersachsen über insgesamt rund 45 000 Euro. Damit sollten vielversprechende Autorinnen und Autoren ermutigt werden, ihr literarisches Schaffen weiter zu entwickeln, sagte Wissenschaftsminister Björn Thümler (CDU) am Donnerstag in Hannover. Auch für einen Übersetzer kann ein Stipendium die Fertigstellung eines literarischen Werkes bedeuten. Das diesjährige Stipendium für Übersetzer bekam Iannis Kalifatidis (Jahrgang 1964)  für die Übersetzung des Romans „Der schwarze Obelisk“ von Erich Maria Remarque ins Griechische. Dieses Stipendium ist mit 7800 Euro dotiert.