Kategorie-Archiv: Aktuell

Übersetzung und Tourismus

Dass Restaurants, Cafés und Bars in Berlin allein mit der deutschen Sprache nicht weit kommen, belegen aktuelle Zahlen zum Tourismus: In den ersten neun Monaten des Jahres 2018 meldeten Beherbergungsbetriebe aus Berlin dem Amt für Statistik Berlin-Brandenburg über 10 Millionen Gäste, von denen über vier Millionen aus dem Ausland kamen. Überwiegend kommen diese aus Großbritannien, den USA, Spanien, Italien oder den Niederlanden. Damit spielt die Übersetzung von touristische relevanten Texten ins Englische eine große Rolle für Cafés und Restaurants, um konkurrenzfähig zu bleiben. Gastronomischen Betrieben ist gut damit geraten, der wachsenden Zahl an Gästen aus dem Ausland mit englischsprachigen Menükarten, Webseiten und Infomaterialien wie Visitenkarten und Flyern zu begegnen. Wer auf der deutschen Sprache beharrt, verpasst Chancen und bleibt auf lange Sicht hinter der Konkurrenz zurück. Blind Gerichte bestellen oder das Konzept eines veganen Szenelokals nicht zu verstehen, will kein Tourist. Auch sollten die vorher wissen, wie man die Bar erreicht und ob eine Reservierung nötig ist. Zügig sollten sich die Gastronomen dann um die Dienste eines guten Übersetzers bemühen, am besten eines fachgebietsorientierten, denn die heutige Gastronomie ist keinesfalls mehr selbsterklärend.

Trump und seine Übersetzer

Wieder macht der Präsident der USA Negativschlagzeilen, die nun sogar dazu führen sollen, dass seine Dolmetscherin auf Wunsch der Demokraten im Repräsentantenhaus vorgeladen werden soll. Marina Gross soll Auskünfte geben über das Verhältnis von US-Präsident Donald Trump zu Russlands Staatschef Wladimir Putin und deren Gespräche.

Hintergrund der Vorladung ist die Frage, ob der Präsident womöglich ein russischer Agent war oder ist. Nach Zeitungsberichten hätte Trump den Inhalt seiner Gespräche mit Putin selbst vor engsten Mitarbeitern sorgfältig verborgen gehalten, denn zu fünf Treffen mit Putin innerhalb der vergangenen zwei Jahre gebe es keine detaillierten Aufzeichnungen. Es soll sogar dazu gekommen sein, dass Trump die Notizen der Dolmetscherin genommen und ihr untersagt habe, den Inhalt des Gesprächs weiterzugeben. Dies soll unter anderem Gegenstand der Befragung sein. Die New York Times hatte am vorhergehenden Wochenende von Ermittlungen des FBI berichtet, bei denen sich herausstellen soll, ob Trump wissentlich oder unwissentlich für Russland und gegen US-Interessen gearbeitet habe. Die Zeitung berief sich auf frühere FBI-Mitarbeiter sowie mit den Ermittlungen vertraute Personen. Trump dementierte es als Falschmeldung und bestreitet vehement, jemals für Russland und gegen die Interessen der USA gearbeitet zu haben

Immer wieder Google

Egal wo es Sprachbarrieren gibt, möchte Google sie überwinden. Nun soll ein idealer Helfer für zum Beispiel Hotellobbys beim Check-in auf den Markt kommen: Der Sprachassistent von Google soll nun auch übersetzen. Auf hauseigenen Lautsprechern wie dem mit einem kleinen Display versehenen Google Home Hub kann der Google Assistant bei Unterhaltungen in gut zwei Dutzend Sprachen aushelfen. Nachdem der Lautsprecher den Satz vernommen hat, wiederholt er ihn in der jeweils anderen Sprache. Das Gadget wurde auf der Technikmesse CES in Las Vegas vorgestellt und unterstützt zum Beispiel Sprachen wie Deutsch, Französisch, Italienisch, Schwedisch, Russisch, Koreanisch und Japanisch.

Weitere Förderung für Arzt-Übersetzer

Beginnen wir das neue Jahr gleich mit einer positiven Nachricht: In Hamburg gibt es einen Sprachmittlerpool, auf den Ärzte und Psychotherapeuten bei der Behandlung von geflüchteten Menschen zurückgreifen können. Dieser wird nun von der Hamburgischen Bürgerschaft für weitere eineinhalb Jahre finanziell unterstützt und schafft damit eine große Erleichterung in den betroffenen Kreisen, vor allem bei der Ärzte- und der Psychotherapeutenkammer in der Hansestadt. Der nützliche Sprachmittlerpool wird vom gemeinnützigen Verein Segemi getragen. Dessen Vorsitzender Mike Mösko hofft, dass Ärzte und Psychotherapeuten das Angebot der sprachlichen Verständigung in zum Teil sehr seltenen Sprachen wie Tigrinya künftig verstärkt nutzen. Dennoch sieht er auch die Nachteile, mit denen Sprachmittler konfrontiert sind, da angesichts einer leistungsorientierteren Versorgung und Vergütung die Arbeit mit Sprachmittlern nicht mehr allzu attraktiv erscheint.