Kategorie-Archiv: Aktuell

Übersetzerpreis für Lyrik an Richard Pietraß

Der diesjährige Übersetzerpreis Ginkgo-Biloba für Lyrik geht an den in Berlin lebenden Übersetzer, Lyriker und Herausgeber Richard Pietraß. Die mit 5.000 Euro dotierte Auszeichnung würdige das Lebenswerk von Pietraß, teilte der Freundeskreis Literaturhaus Heidelberg mit. Die Verleihung finde am 30. September in Heidelberg statt. In der Würdigung heißt es, Pietraß habe – oft in Zusammenarbeit mit Dichter-Kollegen, Fremdsprachen-Experten und engagierten Verlagsleuten – Lyrik aus 20 Sprachen ins Deutsche gebracht. Zu seinem seit den 1970er Jahren entstandenen Gesamtoeuvre gehörten Nachdichtungen der Werke der drei Nobelpreisträger Seamus Heaney, Boris Pasternak und Tomas Tranströmer.

DeepL bekommt ein Update

Die deutsche Google-Übersetzer-Konkurrenz Deepl mischt bereits seit einigen Jahren den online-Übersetzer-Markt auf. Die Qualität ist wirklich hervorzuheben. Nun gibt es wieder eine Neuerung bei DeepL und das Ergebnis kann sich offenbar sehen lassen. Die eigenen Übersetzungen schneiden nach Angaben von Deepl bei der Blind-Begutachtung durch externe professionelle Übersetzer deutlich besser ab als beispielsweise die von Amazon, Google und Microsoft. Wenn Sie schnell etwas übersetzen lassen möchten, geben Sie ruhig DeepL den Vorzug. Bis zu jeweils 5000 Zeichen ist die Nutzung kostenlos. Wer mehr Text hat und diesen nicht stückeln möchten, bucht die Pro-Funktion ab 8,99 Euro pro Monat (ab 5,99 Euro bei jährlicher Zahlung). Sie inkludiert auch Übersetzungen von Word- und Powerpoint-Dateien. Deepl bietet Übersetzungen für insgesamt 72 Kombinationsmöglichkeiten zwischen Englisch, Deutsch, Französisch, Spanisch, Portugiesisch, Niederländisch, Italienisch, Polnisch, Russisch, Chinesisch (Mandarin) und Japanisch.

Übersetzung und Persönlichkeit

Grundsätzlich ist in der globalen Welt der Beruf des Übersetzers äußerst gefragt. Andererseits gibt es Englisch als Universalsprache und warum sollte man sich dann noch auf eine andere spezialisieren? Der Wettbewerb im Beruf ist hoch und die maschinellen Übersetzungstechnologien entwickeln sich aktiv weiter. Wie ist es nun, ein Vermittler zwischen verschiedenen Kulturen zu sein? Wie kann eine zweite Sprache weiterhelfen?

Bei einer professionellen Übersetzung zu übersetzen, heißt, den Text des Autors in einer anderen Sprache neu zu erstellen. Die berufliche Tradition ist so, dass normalerweise eine Person in ihre Muttersprache übersetzt. Ein großer Vorteil für die Arbeit mit der am häufigsten gesprochenen Sprache der Welt ist die Möglichkeit, ein beliebiges Thema auszuwählen.

Problematisch ist, dass es fast keinen Markt für Dolmetschen aus dem Englischen gibt, da durch das solide staatliche Bildungssystem und das Internet eine gute Grundbildung vorliegt. Viele Profis dolmetschen Verhandlungen besonders gerne, aber die Nachfrage danach schwindet. Arbeitgeber setzen Englisch voraus. Man muss sich aber auf diesem Weg weiterbilden und mehr Management, Marketing und Online-Vertrieb betreiben.

Kunden verstehen sehr oft nicht, wie viel Zeit die Übersetzung in Anspruch nimmt und wieso sie schwierig ist. Gemäß der bedingten Norm wird eine Seite mit 1800 Zeichen pro Stunde übersetzt. Wenn der Übersetzer jedoch verantwortungsbewusst mit seiner Arbeit umgeht, dann wird er tief ins Thema eintauchen. Bei diesem Ansatz ist es schwierig, das Zeitlimit einzuhalten. Im Allgemeinen ist die langfristige Kommunikation in jeder Fremdsprache eine große Belastung für das Gehirn. In einer anderen Sprache wird man zu einer ganz andere Person. Der menschliche Faktor ist hier sehr wichtig. Es gibt eine ganz besondere Verbindung zu einer Person, die Sie übersetzen oder dolmetschen, insbesondere wenn Sie lange zusammenarbeiten. Andererseits kann der menschliche Faktor auch die Arbeit erschweren. Hier haben Kunden eine seltsame Vorstellung von Übersetzern als Menschen, die zum einen jederzeit erreichbar sein sollten und zum anderen ihre Sprachen so sehr lieben, dass sie kostenlos arbeiten können, weil sie es mögen.

Deutsch-italienischer Übersetzerpreis verliehen

Kulturstaatsministerin Monika Grütters hat am 23. Juni 2020 gemeinsam mit dem aus Rom zugeschalteten italienischen Kulturminister, Dario Franceschini, den Deutsch-Italienischen Übersetzerpreis in Berlin verliehen. Es wurde zum ersten Mal das Genre der Comics prämiert, durch das Raum für neue vitale Ausdrucksformen von Sprache entsteht. Bei der Preisverleihung in der italienischen Botschaft sagte die Staatsministerin: „Der Deutsch-Italienische Übersetzerpreis würdigt Übersetzungen als eigenständige künstlerische Leistung. Dank begnadeter Vermittlerinnen und Vermittler, die sprachliche Grenzen überwinden, können wir selbst dann noch gedanklich in andere Länder reisen, wenn – so wie in den vergangenen Wochen – nationale Grenzen geschlossen sind. Und gerade weil Übersetzungen als Brücken zwischen den Kulturen so bedeutsam sind, sind sie ein wichtiger Bestandteil unseres Zukunftspakets NEUSTART KULTUR. Der Deutsche Übersetzerfonds soll fünf Millionen Euro für die Förderung neuer Formen des Vermittelns bekommen, auch direkte Hilfen für Übersetzerinnen und Übersetzer sind vorgesehen.“

Der mit 10.000 Euro dotierte Deutsch-Italienische Übersetzerpreis geht in diesem Jahr an Verena von Koskull, Friederike Hausmann und Carola Köhler. Er wird künftig zweijährlich in Rom oder Berlin für herausragende Übersetzungen aus dem Italienischen ins Deutsche und aus dem Deutschen ins Italienische verliehen.Der italienische Kulturminister erklärte, mit den  drei Auszeichnungen würde die Welt der Literatur und des Verlagswesens gewürdigt, die im Laufe der Jahrhunderte durch den kontinuierlichen Austausch zwischen Italien und Deutschland bereichert wurde.