Leben als Literaturübersetzer

Was tun, wenn sie sich nunmal dafür entschieden haben, ihr Lieblingsbuch zu übersetzen und einen Vertrag an Land gezogen haben?

Honorare sollten bei jedem Auftrag neu verhandelt werden. Beim literarischen Übersetzen wird nach der „Normseite“ bezahlt. Es gibt seit 1992 den sogenannten Normvertrag, an dem sich Übersetzer und Verlage orientieren sollten. Zum Seitenhonorar sollte noch eine prozentuale Absatzbeteiligung kommen. Davon weichen immer noch zu viele Verlage ab zulasten der Übersetzer. Jeder einzelne Übersetzer ist  gefordert, sich nicht unter Wert zu verkaufen.

Bei hoher Fluktuation in der Verlagslandschaft gehen Kontakte verloren, Lektoren machen sich selbstständig und werden zur „Konkurrenz“, Stammautoren hören auf zu schreiben. Der Zeitdruck wird immer größer. Häufig erscheinen Titel fast gleichzeitig mit dem Original oder nur wenig später, denn oft werden Übersetzungen nach einem unfertigen Manuskript verfasst. Den Austausch mit Kollegen muss man suchen und finden und sich dabei immer gut vernetzen. Ein Gemeinschaftsbüro ist für diejenigen, die besser in einer Gruppe produktiv sind, von Vorteil. Damit kann man Kosten reduzieren und Privatsphäre und berufliches Umfeld trennen. Dort ergänzen sich die Kompetenzen, und gelegentlich ergeben sich neue Kontakte oder Kooperationen. Es fördert außerdem den kreativen Austausch und wirkt der beruflichen Isolation entgegen.