Neue Sprachen für Europa

Irland ist seit dem Jahr 1973 Mitglied in der EU und zunächst übersetzten die Iren ins Englische. Als Malta beitrat und Maltesisch im Jahr 2004 einführte, auch wenn alle Malteser Englisch sprechen, erinnerten sich die Iren ebenso an ihre zweite Amtssprache, das Gälische, das bis 2022 gleichberechtigte Amtssprache werden soll, obwohl nur jeder 48. Ire Muttersprachler ist und nicht mal alle irischen Parlamentarier die Sprache verstehen. Die Kommission sucht derzeit händeringend Übersetzer für Gälisch, denn die Sprache ist ein Sonderfall. Weil die Sprache keine Lehnwörter kennt, müssen Übersetzer sehr oft neue Wörter erfinden, wie zum Beispiel für das Modewort „Mobilisierung“ oder „terroristisch“. Pro Jahr wächst das Gälische dadurch um 100 Begriffe. Dabei erzeugt es durchaus Konflikte, wenn jedes Land seine eigenen Sprachen berücksichtigt haben möchte. Um kein Land zu diskriminieren, behandelt die EU alle gleich. Jeder kriegt seine Sprache, keiner will verzichten. Nach dem Wunsch der Iren 2004 meldeten sich die Spanier und wollten Katalanisch, Baskisch und Galicisch einführen. Auch deutsche Parlamentarier schimpfen gern in Richtung Brüssel. Aber nicht, weil sie Bürokratie in Brüssel abbauen wollen. Sie wollen noch mehr Dokumente übersetzt haben.