Onlie-Übersetzer als Plagiierer?

Eine Plagiatsaffäre kostet die österreichische Familien- und Arbeitsministerin Christine Aschbacher (ÖVP) ihren Job. Nach öffentlichen Vorwürfen, dass Aschbacher Teile ihrer wissenschaftlichen Arbeiten kopiert hatte, ohne die Quellen ordentlich auszuweisen, trat sie von ihrem Amt zurück. Sie begründete ihren Schritt am Samstag mit einer Vorverurteilung durch „die Medien und die politischen Mitstreiter“. Die 37-Jährige wies die Vorwürfe zurück. Sie habe ihre Diplomarbeit und ihre Dissertation stets nach bestem Wissen und Gewissen verfasst und der Beurteilung durch anerkannte Professoren vertraut, so Aschbacher. Offenbar hatte Aschbacher in ihrer Dissertation aber teilweise englische Fachtexte genommen, vom Google-Übersetzer ins Deutsche übersetzen lassen, und dann in ihre Arbeit eingefügt.  In einer Arbeit heißt es etwa: ‚Annahmen sind wie Seepocken‘. Ein seltsames Sprachbild, das sich daraus erklären könnte, dass sie einen in einer Fußnote erwähnten Forbes-Artikel durch Google-translate übersetzen ließ und ohne Anführungszeichen als eigenen Text einfügte. Auch sehr verwirrende Sätze, die keinen Sinn ergeben und wie zusammengewürfelt wirken, finden sich in der Arbeit. Dass die ehemalige Ministerin aber einfach den Google-Übersetzer genutzt habe, zweifelt der Plagiatsjäger Stefan Weber in seinem Blog an, denn die ÜBersetzer waren in den vergangenen Jahren längst nicht mehr so schlecht, dass sie Sätze produziert hätten, wie sie in den Arbeiten vorkommen. Was die Wahrheit ist, wird wohl niemand vorerst erfahren.