Repressionen gegen Übersetzer

Anlässlich des von der Oppositionsführerin Sviatlana Tsikhanouskaya für den 7. Februar ausgerufenen Internationalen Solidaritätstages mit Belarus fordern 46 Autoren- und 35 Übersetzerverbände aus 34 Ländern mit insgesamt 170.000 Mitgliedern die europäischen Kulturminister zu entschlossenem Handeln auf. Vertreten werden die Verbände von European Writers Council (EWC) und der European Council of Literary Translators‘ Associations (CEATL). Das Handeln des belarusischen Diktators Aljaksand Lukašenka schränkt Schriftsteller, Übersetzer, Blogger und den gesamten unabhängigen Kultursektor ein. Zensur, Folter, Verletzung der Meinungsfreiheit, der Versammlungsfreiheit, des Rechts auf ein faires Verfahren: Jedes Menschenrecht ist in Belarus systematisch außer Kraft gesetzt. Die Verbände verurteilen die aktuelle Situation. 593 Autoren, Übersetzer, Verleger, Buchhändler, aber auch Musiker, Schauspieler und andere Kulturschaffende sind seit den umstrittenen Wahlen im August 2020 oftmals Opfer von Menschenrechtsverletzungen und Angriffen auf kulturelle Rechte geworden, wie der Report des belarusischen PEN-Zentrums zeige. Mindestens 131 Schriftsteller und literarische Übersetzer seien demnach bisher verhaftet worden, erlebten Repressalien und Einschüchterungen. Außerdem gebe es Informationen über Entlassungen von Dozenten und akademisches Mobbing an den Universitäten.