Steigender Bedarf an Dolmetschern bei Behörden

In Brandenburg sind die Behörden immer häufiger auf die Hilfe von Dolmetscherinnen und Dolmetschern angewiesen, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur feststellte. Allein im Polizeipräsidium habe sich die Zahl der Fälle mit Dolmetscherbedarf in den vergangenen fünf Jahren von rund 3300 Sachverhalten auf rund 7000 Sachverhalte mehr als verdoppelt. Einen erheblichen Anstieg gab es in den Jahren 2015 und 2016. Dabei werden Dolmetscher  beispielsweise im Rahmen einer Hinweisgebung, Vernehmung, Befragung oder Anzeigenerstattung eingesetzt. Ähnlich ist die Situation in den Landkreisen und kreisfreien Städten. Seit 2015 habe es etwa in Cottbus einen signifikanten Anstieg gegeben, vor allem im Jugendamt im Bereich Asyl. In Cottbuser Behörden sind besonders Dolmetscher für die Sprachen Arabisch, Russisch und Persisch notwendig. Im Jugendamt müsse auch noch Englisch und Vietnamesisch übersetzt werden, insbesondere bei Hilfeplangesprächen, Ansprachen bei Kindeswohlgefährdung, Beratung bei Trennung und Scheidung sowie der Jugendgerichtshilfe. Die Fachstelle zur Vermeidung von Obdachlosigkeit sehe zudem einen erhöhten Bedarf bei Zuwanderern aus Bulgarien und Rumänien. In einer offenen Liste des Potsdamer Polizeipräsidiums sind bisher 382 Dolmetscher und Übersetzer sowie 16 Dolmetscher- und Übersetzerbüros für 103 Sprachen und Dialekte registriert.