Unsere Gene und die Sprache

Warum fällt es manchen Menschen einfacher, eine Sprache zu lernen als anderen? Forscher wollen herausfinden, ob es an einer sogenannten Sprachbegabung oder in unseren Genen festgelegt ist.

Das ist bis heute ein großes Streitthema. Am Max-Planck-Institut für Psycholinguistik in Nijmegen versucht man zum Beispiel die genetischen und neurobiologischen Netzwerke zu entschlüsseln, die Sprache und Sprechen zugrunde liegen. Die Forscher sind dabei auf das Gen FOXP2 gestoßen, das als so genannter „Transkriptionsfaktor“ die Aktivität von etwa 1.000 Genen reguliert. Auch die Sprachwissenschaft hat ihre eigenen, verschiedensten Theorien und Methoden zum Spracherwerb: Von behavioristischen Spracherwerbstheorien aus den 1970er-Jahren, die Lernen als Prinzip der Konditionierung versteht, also Lernen durch Imitation und Wiederholung bis zur Automatisierung – bis aktuell hin zum Immersionsmodell, auch „Sprachbad“ genannt. Es zielt auf das Eintauchen in die Sprache, indem man sich ihr so intensiv wie möglich aussetzt.