Videospiele – auch zu übersetzen

Es ist ein hervorhebungswürdiger Vorteil von deutschen Medien, dass hier den Fernsehzuschauern alles in verständlichen Häppchen auf dem Silbertablett serviert wird, was in anderen europäischen Ländern lange keine Selbstverständlichkeit ist. Das gilt unter anderem und vor allem für Übersetzungen und Synchronisationen von Filmen. Und Videospielen. Hier ist das Metier besonders herausfordernd: Die Produktionspläne der Spieleentwickler sind meist eng gestrickt und es ist dabei sogar dann noch viel zu tun, wenn alle Texte in der Originalversion vorliegen. Dann geht es nämlich an weitere Sprachversionen, die die Spieleübersetzer erarbeiten, die für die Übersetzung sämtlicher Texte im Game zuständig sind. Neben den gesprochenen Texten der vorkommenden Figuren müssen sie unter anderem auch die Menüs sowie sämtliche Eigennamen übersetzen. bei der Übersetzung eines Spiels wird, ähnlich wie bei normaler Literaturübersetzung, nicht nur Text von einer Sprache in eine andere übertragen. Auch der bestimmte kulturelle Kontext, der meist örtlich deutlich begrenzt ist, muss angepasst werden und diesen Vorgang bezeichnet man als Lokalisierung. Dabei arbeiten diese Übersetzer überwiegend unter Zeitdruck, da Veröffentlichungsdaten bereits in einer frühen Phase der Entwicklung feststehen und zwingend eingehalten werden müssen, sodass die Zeit für Übersetzungen meist hintenüber fällt. Das Problem verschärft sich bei freiberuflichen Übersetzern, die sich nur auf Informationen aus einem Briefing stützen können, wenn das Videospiel noch nicht vorliegt und Hintergrundinformationen, Textbeispiele oder vergleichbares Material fehlt. Ebenso müssen die Übersetzer sich der Herausforderung stellen, die Texte oft nicht originalgetreu zu übersetzen, sondern so, dass die Spieler wissen, was sie als nächstes zu tun haben. Also dann: Auf ins nächste (Vidoe-) Abenteuer!