Archiv des Autors: Rose & Dmowska

Shakespeare-Übersetzer Frank Günther gestorben

Der renommierte Shakespeare-Übersetzer Frank Günther ist am Donnerstag im Alter von 73 Jahren nach kurzer schwerer Krankheit in Ulm gestorben, teilte der Hartmann & Stauffacher Verlag in Köln mit. Günther hat bis auf einen Teil der Sonette das gesamte Werk von William Shakespeare neu ins Deutsche übertragen. Seine Übersetzungen sind die heute meistgespielten Fassungen auf deutschsprachigen Bühnen. An seinen Übersetzungen ist besonders, dass er nicht nur vom Englischen ins Deutsche, sondern auch vom 17. Jahrhundert in die Gegenwart übersetzt hat und den Text dadurch eine eigene Lebendigkeit gegeben hat. Zu Beginn seiner Laufbahn war Günther auch selbst als Theaterregisseur tätig. 2014 veröffentlichte er das Buch „Unser Shakespeare“. Günther wurde mehrfach ausgezeichnet, etwa mit dem Übersetzerpreis der Heinrich-Maria-Ledig-Rowohlt-Stiftung und dem Christoph-Martin-Wieland-Preis.

Musiktexte übersetzen?

Musik zu übersetzen, war früher ganz normal: Elvis und die Beatles sangen etwa auch auf Deutsch. So etwas ist zwar seltenn geworden, aber es gibt noch manche übersetzten Songs. Die Qualität der Textübersetzung hat aber nicht unbedingt etwas damit zu tun, wie wortgetreu jemand am Werk gewesen sei, sondern vielmehr, wie organisch und in sich stimmig die neue Version klingt. Denn egal, wie nah man am Originaltext bleibe oder nicht: Eine Übersetzung bedeute immer erst mal Interpretation. Eine große Rolle spielt auch der Klang der gewählten Sprache, da der jeweilige Rhythmus, ihre Anmutung und auch die Konnotationen, die sie weckt, immer einmalig sind– man denke etwa an das Image der französischen Sprache hierzulande. Besonders beliebt war es beispielsweise in den 1960er-Jahren in Westdeutschland, wenn US-Amerikaner und Briten für den deutschen Markt ihre Songs auch auf Deutsch gesungen haben. Der Song von Dusty Springfield hieß dann aber nicht mehr „Wishin‘ and Hopin‘“, sondern „Warten und Hoffen“. Aber um international wirklich erfolgreich zu sein, müssten Songtexte dann doch meist ins Englische übersetzt werden – wie zum Beispiel „Girl from Ipanema“, einem ursprünglich portugiesischen Song aus Brasilien. Dieser ist dabei so gar nicht mit dem portugiesischen Original zu vergleichen: Die Brasilianer betrachten die englische Textversion als totale Verflachung, weil der Song von Vinicius de Moraes, einem der großen Dichter und Songtexter Brasiliens, zuvor einen poetischen, ja geradezu lebensphilosophischen Text hatte. Daraus seien nur diese berühmten Worte ‚Tall and tan and young and lovely The girl from Ipanema goes walking‘ übrig geblieben.

iOS14 mit Übersetzer!

Wer iOS 14 installiert hat, hat eine neue App spendiert bekommen: Übersetzen“. In der App können Texte übersetzt werden. Der Text verlässt laut Apple nicht das Smartphone, sondern wird auf dem Gerät übersetzt, nicht aber in der Cloud. Ausnahme ist die Nutzung des Übersetzers in Safari, die derzeit aber noch nicht in Deutschland möglich ist, wenn deutsche Spracheinstellungen auf dem iPhone oder iPad sind. Das Übersetzen von Webseiten ist aber nicht möglich. Es gibt derzeit keinen direkten Weg, Webseiten in Apples Übersetzen-App zu implementieren. Möchte man generell Webseiten übersetzen und scheut nicht den Weg ins Netz, dann könnte man auch gut den Microsoft Translator empfehlen. Dieser kann etwas, was weder Apples Übersetzen-App, noch der Google Übersetzer können: Er kann alleinstehend genutzt werden, aber auch in das Teilen-Menü von iOS 14 gebracht werden. Ruft man dann eine fremdsprachige Webseite auf, kann man diese in den Microsoft Translator teilen, damit er sie übersetzt.

DeepL in kostenloser Version

Wer sich online einen Begriff oder einen kurzen Text übersetzen lassen will, greift zumeist zum Google Translator. Es gibt aber eine kostenlose Alternative von einem deutschen Start-Up, die dem Google-Dienst in vielen Bereichen überlegen ist. Lange Zeit produzierten Online-Übersetzer nur schräge Satzkonstruktionen übersetzten am Sprachgebrauch vorbei. Allerdings haben sie sich deutlich weiterentwickelt. Auch ein Kölner Start-up hat neben dem Google-Übersetzer eine Übersetzungsmaschine an den Start gebracht, die dank künstlicher Intelligenz stetig hinzulernt und auch bei langen Texten verblüffend gute Ergebnisse liefert. Mit der kostenfreien Version von „DeepL“ lassen sich Texte von bis zu 5.000 Zeichen am Stück übersetzen. Das Besondere: Zu jedem übersetzten Wort werden Synonyme angezeigt, die man beliebig auswählen kann. Der Sinn des Satzes wird dann entsprechend angepasst.

Anwenden lässt sich „DeepL“ entweder in der Browser-Version oder als kostenlose App für Windows oder Mac. Hat man die App installiert, muss man nur noch den betreffenden Text markieren und zweimal Strg+C für Windows, beziehungsweise Command+C beim Mac drücken – und fertig ist die Übersetzung.
Momentan beherrscht „DeepL“ übrigens elf Sprachen, wobei Englisch in der britischen sowie in der amerikanischen Variante gewählt werden kann, und Portugiesisch auch in der brasilianischen Ausprägung.