Immer wieder Übersetzer vor Maschine!

Immer öfter wird gesagt, dass Übersetzungsmaschinen wie DeepL oder Google Translate menschliche Sprachmittler überflüssig machen. Es wird sogar eine Entwicklung vorausgesagt, die in den nächsten fünf Jahren im Bereich Spracherkennung und Übersetzung zu Ergebnissen führen wird, die von menschlicher Leistung nicht mehr unterscheidbar sind. Es scheint eine allgemeine Euphorie zu herrschen, die von vielen Medien weitergetragen wird. Eine Mehrheit der jüngeren Generation setzt das Übersetzen bereits größtenteils mit seiner automatisierten Form gleich.

Positive Erfahrungen mancher Wissenschaftler mit maschineller Übersetzung deuten vielleicht darauf hin, dass einzelne Wissenschaftsbereiche einen standardisierten und verflachten Stil pflegen, den Übersetzungsprogramme durch die Verfügbarkeit reichhaltigen Trainingsmaterials schon zur Genüge kennen. Das heißt nicht, dass Computer die grundsätzliche Fähigkeit zu „übersetzen“ besitzen. Vor allem Laien mögen durch die recht soliden, aber bei weitem nicht fehlerfreien maschinellen Übersetzungen von gängigen Textsorten wie Zeitungsmeldungen, Firmenportraits, standardisierten medizinischen Abstracts etc. den Eindruck gewinnen, dass der menschliche Sprachmittler bald der Vergangenheit angehören wird. Davon ist die Realität aber noch weit entfernt, wenn es nicht sogar unmöglich ist, eine perfekte maschinelle Übersetzung zu erstellen, so lange Computer nicht wie Menschen funktionieren. Menschen übersetzen – das heißt verstehen und reformulieren – Texte, Computer ersetzen Wörter. Menschen können nämlich zwischen Wortwissen und enzyklopädischem Wissen unterscheiden und dieses intellektuell auf einer abstrakten Ebene verbinden.

Ein sehr instruktiver Artikel mit vielen Beispielen ist hier verfügbar: https://www.forschung-und-lehre.de/zeitfragen/warum-wir-weiterhin-uebersetzer-brauchen-3004/