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Zuger Übersetzer-Stipendium vergeben

Das mit 50.000 Schweizer Franken dotierte Zuger Übersetzer-Stipendium 2019 geht an Berthold Zilly für die Übersetzung des Romans „Grande Sertão: Veredas“ von João Guimarães Rosa. Die Übersetzung wird bei Hanser erscheinen. Der Anerkennungspreis geht an Christian Hansen. Er war unter anderem Honorarprofessor für Iberoamerikanische Literaturen in Bremen, Akademischer Rat und Lektor für Lateinamerikanistik an der FU Berlin sowie Gastprofessor für Übersetzungsstudien an der Bundesuniversität von Santa Catarina in Brasilien. Für seine Arbeiten wurde er mehrfach ausgezeichnet, zuletzt mit dem Prêmio Blaise Cendrars der Brasilianischen Vereinigung für Vergleichende Literaturwissenschaft und mit seiner Ernennung zum korrespondierenden Mitglied der Brasilianischen Akademie für Literatur in Rio de Janeiro.

Die Preisverleihung findet am 16. Juni 2019 in Zug statt.

Leben als Literaturübersetzer

Was tun, wenn sie sich nunmal dafür entschieden haben, ihr Lieblingsbuch zu übersetzen und einen Vertrag an Land gezogen haben?

Honorare sollten bei jedem Auftrag neu verhandelt werden. Beim literarischen Übersetzen wird nach der „Normseite“ bezahlt. Es gibt seit 1992 den sogenannten Normvertrag, an dem sich Übersetzer und Verlage orientieren sollten. Zum Seitenhonorar sollte noch eine prozentuale Absatzbeteiligung kommen. Davon weichen immer noch zu viele Verlage ab zulasten der Übersetzer. Jeder einzelne Übersetzer ist  gefordert, sich nicht unter Wert zu verkaufen.

Bei hoher Fluktuation in der Verlagslandschaft gehen Kontakte verloren, Lektoren machen sich selbstständig und werden zur „Konkurrenz“, Stammautoren hören auf zu schreiben. Der Zeitdruck wird immer größer. Häufig erscheinen Titel fast gleichzeitig mit dem Original oder nur wenig später, denn oft werden Übersetzungen nach einem unfertigen Manuskript verfasst. Den Austausch mit Kollegen muss man suchen und finden und sich dabei immer gut vernetzen. Ein Gemeinschaftsbüro ist für diejenigen, die besser in einer Gruppe produktiv sind, von Vorteil. Damit kann man Kosten reduzieren und Privatsphäre und berufliches Umfeld trennen. Dort ergänzen sich die Kompetenzen, und gelegentlich ergeben sich neue Kontakte oder Kooperationen. Es fördert außerdem den kreativen Austausch und wirkt der beruflichen Isolation entgegen.

Übersetzung und Tourismus

Dass Restaurants, Cafés und Bars in Berlin allein mit der deutschen Sprache nicht weit kommen, belegen aktuelle Zahlen zum Tourismus: In den ersten neun Monaten des Jahres 2018 meldeten Beherbergungsbetriebe aus Berlin dem Amt für Statistik Berlin-Brandenburg über 10 Millionen Gäste, von denen über vier Millionen aus dem Ausland kamen. Überwiegend kommen diese aus Großbritannien, den USA, Spanien, Italien oder den Niederlanden. Damit spielt die Übersetzung von touristische relevanten Texten ins Englische eine große Rolle für Cafés und Restaurants, um konkurrenzfähig zu bleiben. Gastronomischen Betrieben ist gut damit geraten, der wachsenden Zahl an Gästen aus dem Ausland mit englischsprachigen Menükarten, Webseiten und Infomaterialien wie Visitenkarten und Flyern zu begegnen. Wer auf der deutschen Sprache beharrt, verpasst Chancen und bleibt auf lange Sicht hinter der Konkurrenz zurück. Blind Gerichte bestellen oder das Konzept eines veganen Szenelokals nicht zu verstehen, will kein Tourist. Auch sollten die vorher wissen, wie man die Bar erreicht und ob eine Reservierung nötig ist. Zügig sollten sich die Gastronomen dann um die Dienste eines guten Übersetzers bemühen, am besten eines fachgebietsorientierten, denn die heutige Gastronomie ist keinesfalls mehr selbsterklärend.

Trump und seine Übersetzer

Wieder macht der Präsident der USA Negativschlagzeilen, die nun sogar dazu führen sollen, dass seine Dolmetscherin auf Wunsch der Demokraten im Repräsentantenhaus vorgeladen werden soll. Marina Gross soll Auskünfte geben über das Verhältnis von US-Präsident Donald Trump zu Russlands Staatschef Wladimir Putin und deren Gespräche.

Hintergrund der Vorladung ist die Frage, ob der Präsident womöglich ein russischer Agent war oder ist. Nach Zeitungsberichten hätte Trump den Inhalt seiner Gespräche mit Putin selbst vor engsten Mitarbeitern sorgfältig verborgen gehalten, denn zu fünf Treffen mit Putin innerhalb der vergangenen zwei Jahre gebe es keine detaillierten Aufzeichnungen. Es soll sogar dazu gekommen sein, dass Trump die Notizen der Dolmetscherin genommen und ihr untersagt habe, den Inhalt des Gesprächs weiterzugeben. Dies soll unter anderem Gegenstand der Befragung sein. Die New York Times hatte am vorhergehenden Wochenende von Ermittlungen des FBI berichtet, bei denen sich herausstellen soll, ob Trump wissentlich oder unwissentlich für Russland und gegen US-Interessen gearbeitet habe. Die Zeitung berief sich auf frühere FBI-Mitarbeiter sowie mit den Ermittlungen vertraute Personen. Trump dementierte es als Falschmeldung und bestreitet vehement, jemals für Russland und gegen die Interessen der USA gearbeitet zu haben