Für Verbraucher übersetzen – per Videochat

Per Video-Chat finden seit Oktober rheinland-pfälzische Verbraucherberater, Ratsuchende mit geringen Deutschkenntnissen und Übersetzer einfacher zueinander. Die Erfahrungen der Mitarbeiter der Verbraucherzentrale zeigen, dass Beratungen eher angenommen würden, wenn sie in der Muttersprache durchgeführt würden. Die Durchführung der Beratung erfolgt vor Ort am Computer, wobei der Sprachmittler per Video-Chat zugeschaltet wird. Neben der reinen Übersetzung von Fragen und Antworten kann beispielsweise der Wortlaut von Vollmachten oder Verträgen übersetzt werden. Dem Datenschutz wird dadurch Rechnung getragen, dass weder Inhalt noch Gesprächsverlauf gespeichert werden. Das Angebot soll als Modellprojekt laut Verbraucherzentrale vorerst bis Ende 2019 laufen und umfasst derzeit schon 20 Sprachen. Die Zielgruppe in Rheinland-Pfalz ist vorhanden und groß: Jeder fünfte habe einen Migrationshintergrund, so die Verbraucherschutzministerin Anne Spiegel (Grüne). Nicht bei allen reichten die Sprachkenntnisse für eine Beratung auf Deutsch. Andere Einsatz- und Ausbaumöglichkeiten des Video-Chat-Projekts werden dabei schon erwogen, wenn sich die bisher genutzte Konstellation bewährt: Da Rheinland-Pfalz ein Flächenland mit teils weiten Wegen ist, soll geprüft werden, ob die Beratung per Video-Chat auch für andere Ratsuchende angeboten werden könnte. Finanziell gefördert wird das Projekt mit 150 000 Euro vom Verbraucherschutzministerium.