Tagung Theorieübersetzungsgeschichte

Auf Einladung des Literaturwissenschaftlers Wolfgang Hottner fand im November 2018 unter dem Titel „Theorieübersetzungsgeschichte“ am Peter-Szondi-Institut der Freien Universität Berlin eine Tagung statt, bei der über die Übersetzung theoretischer Texte diskutiert worden ist. Die Geschichte des Instituts ist selbst ein gutes Beispiel für das Zusammengehen von Theorie und Übersetzung, denn viele Übersetzer französischer Philosophie ins Deutsche studierten hier Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft. Wichtige Diskussionsthemen waren unter anderem: Theorie ist auf Übersetzungen bezogen, weil sie sich auf andere Theorien bezieht und selbst Arbeit an Sprache ist. Sie ist außerdem ein genuin internationales Phänomen. Umgekehrt setzt Übersetzen mindestens ein Verständnis von Sprache voraus und bedarf somit einer theoretischen Einstellung zur Sprache. Bei der Besprechung einzelner, gelungener und nicht gelungener Übersetzungen wurden Nachfragen zu einzelnen Passagen gestellt. Man versuchte nicht zuletzt zu definieren, was überhaupt eine gelungene oder nichtgelungene Übersetzung sei. Zudem wurde der Gedanke aufgeworfen, ob es die Spezifik von Theorie sei, durch ihre Übersetzung zu gewinnen statt zu verlieren. Ebenso unterhielten sich die Teilnehmer darüber, was es bedeute, Texte zu übersetzen, die schon einmal übersetzt wurden und ob es etwas wie eine Übersetzungstradition gebe.