Jahrestag des Europäischen Übersetzer-Kollegiums

Genau vierzig Jahre ist es nun her, seit am 10.1.1978 das Europäische Übersetzer-Kollegium in Straelen gegründet wurde. Dazu sagte der Nobelpreisträger Heinrich Böll: „Ich glaube, dass hier etwas ganz Großartiges geschehen ist, was wahrscheinlich bis heute fast einmalig ist“. Es ist das weltweit größte Arbeits- und Begegnungszentrum für literarische Übersetzer im niederrheinischen Ort Straelen. Böll übernahm neben Max Frisch und Samuel Beckett die Schirmherrschaft für das „Europäische Übersetzer-Kollegium“, dessen Gründung sich dieses Jahr zum vierzigsten Mal jährt.

Der Ostberliner Übersetzer Thomas Reschke schrieb kurz vor dem Fall der Mauer ins Gästebuch: „Begegnungen wie diese, die noch als sensationell empfunden wurde, möchten bald Selbstverständlichkeit werden. Mein Wunsch ist ein gutes halbes Jahr später in Erfüllung gegangen.“ Reschke war später Träger des ersten Straelener Übersetzerpreises. Im Laufe der Jahre wuchs die Straelener Bibliothek auf 125.000 Bände an. Übersetzer aus aller Welt finden hier Antworten auf knifflige Fragen und treffen sich zum Gedankenaustausch über kulturelle, sprachliche und politische Grenzen hinweg.