Konferenz im Literarischen Colloquium Berlin

Im Literarischen Colloquium Berlin fand die Auftaktveranstaltung für ein neues Förder- und Austauschprogramm statt, das unter dem Namen „Toledo – Übersetzer im Austausch der Kulturen“ anläuft. Die spanische Stadt war einst der Schmelztigel der Kuturen und ein Ort intensiver Übersetzertätigkeit.

Es ist ein Branchentreff und ein Fest der literarischen Übersetzung gleichermaßen. Zur Begrüßung um 19 Uhr durch Thomas Brovot, Vorsitzender des Deutschen Übersetzerfonds, waren alle Plätze im großen Saal des LCB, des „Literarischen Colloquium Berlin“ besetzt. Der Name Toledo soll bewusst die Tradition der europäischen Übersetzerkultur weiterführen und das Programm soll literarische Übersetzer*innen unterstützen, ihre Mittlerrolle in der Vermittlung von Kulturen aktiv auszuüben.

Förderung von Veranstaltungen, Expeditionen und Kooperationen

Für Veranstaltungen, Expeditionen oder Kooperationen stellt die Robert Bosch Stiftung  dem Deutschen Übersetzerfonds nun jährlich 450.000 Euro für dieses international ausgerichtete Programm „Toledo“ zur Verfügung. Zu einem besonderen Moment wurde der Eröffnungsabend auch deswegen, weil die Übersetzerförderung der Robert Bosch Stiftung in die Hände des Deutschen Übersetzerfonds gegeben wurde. Die Organisation, die von Übersetzern für Übersetzer gegründet wurde, bekam die  Fördermittel in die Hände der Übersetzer selbst.

In den Räumen des LCB und auch auf der Terrasse waren an dem Eröffnungsabend Bühnen aufgebaut. Auf der einen setzte sich der amerikanische Autor Joshua Cohen, auch Festredner von „Toledo“, gemeinsam mit dem Publikum mit den Tweets von Donald Trump auseinander. Auf einer anderen Bühne berichtete Nora Pröfrock aus Bergen, welche Spuren das Übersetzen verstörender Texte wie zum Beispiel über den Massenmörder Breivik hinterlässt.

Die Übersetzerin Claudia Hamm stand mit weißer Kochmütze und Schürze in der Küche des LCB, wo sie Russisch Brot buk. Symbolisch soll das Verspeisen dieses Buchstabengebäcks zeigen, wie beim Übersetzen manchmal aus einer Sache eine andere wrid und wie man mit Sprachen vielseitig umgehen und herumbasteln kann.

Auf einer der Bühnen das Kollektiv „Wiese“ aus Berlin-Moabit und lebt den „Traum von Toledo“ im Kleinen nach: eine Übersetzerwerkstatt für Menschen mit und ohne Migrationshintergrund.

Alles in Allem wurde den Gästen ein gelungener Abend mit verschiedenster Unterhaltung mit Bezug zur Übersetzertradition geboten.