Archiv des Autors: Rose & Dmowska

Goolge nutzt die eigene Stimme

Google möchte das Erlebnis verbessern und stellt auf seinem KI-Blog nun Translatotron vor. Ein End-To-End-Sprachmodell, welches die Stimme des Verwenders und das gesprochene Wort analysiert, den Text übersetzt und die Übersetzung mit der eigenen Stimme und Sprachgeschwindigkeit wieder ausgibt. Google nutzt dafür ein sogenanntes Sequence-to-Sequence Netzwerk-Modell, das die Stimme in ein Spektogramm überträgt und daraus ein neues Spektogramm mit dem übersetzten Text erstellt. Wer an technischen Detail interessiert ist, schaut sich am besten den das dazugehörige Paper an. Stimmenbeispiele gibt es auf einer separaten Seite. Natürlich hört sich das noch etwas roboterhaft an, aber die ersten Ergebnisse sind schon ziemlich ansehnlich.

Brückenbauer zwischen Kulturen

Menschen mit Migrationshintergrund oder Fluchtgeschichte haben, wenn sie nach Deutschland kommen, die verschiedensten Kulturen. Hier werden sie mit anderen, im Zweifel ungewohnten und neuen Regeln und Vorschriften konfrontiert. Aber auch viele kulturellen Gepflogenheiten, wie zum Beispiel dem Händeschütteln zur Begrüßung oder Verabschiedung, ist ungewohnt. Damit ihnen dies besser gelingt und sie sich mit den Gepflogenheiten besser vertraut machen können, braucht es Mitbürger, die ihnen diese vermitteln. Daher braucht es immer Menschen, die sich bereit erklären, die Funktion von „Brückenbauern“ zu übernehmen und sich dazu schulen zu lassen. So können sie eine Art Übersetzerfunktion zwischen den Kulturen übernehmen. Die Stadt Neumarkt bildet bereits Menschen mit Integrationserfahrung zu „Brückenbauern“ in unterschiedlichen Themenfeldern aus. Sie engagieren sich ein bis zwei Stunden pro Woche, vermitteln kulturelle Hintergründe und Unterschiede und beraten. So fördern sie ein besseres gegenseitiges Verständnis und Zusammenleben und tragen zu einer gelungenen Integration bei.

Dies ist ein gelungenes Konzept, das sich überall gern verbreiten sollte. Am 11. Juni um 14 Uhr findet eine weitere Themenveranstaltung in Neumarkt am Hauptbahnhof Neumarkt statt.

Übersetzungswunder EU

Wer auf dem amerikanischen Kontinent von Norden nach Süden reist, benötigt unterwegs nur Spanisch, Englisch und eventuell noch Portugiesisch, wenn man über Brasilien fährt. Wer von Brüssel nach Bukarest fährt, kann auf der Strecke je Französisch, Niederländisch, Deutsch, Tschechisch, Slowakisch, Ungarisch und Rumänisch sprechen. Für die EU als Staatenbund bedeutet das: 28 Staaten haben 24 Amtssprachen und jedes Gesetz, das die Politiker entwerfen, muss präzise in alle Sprachen übertragen  werden. Ein Schreiben, das auf Finnisch eintrifft, muss ein deutscher Politiker bearbeiten können. Dafür arbeiten in der EU rund 4000 Übersetzer, die sich ausschließlich um das geschriebene Wort kümmern. Um das gesprochene Wort müssen sich noch die Dolmetscher kümmern. Da bedenke man nur den Organisationsaufwand und die Komplexität der Zusammenarbeit. Aber dennoch funktioniert die EU!

Neuer Normvertrag für Literaturübersetzer

Der Verband der Literaturübersetzer (VdÜ), der VS – Verband deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller und der Börsenverein haben sich auf einen Normvertrag mit erweitertem Rechtekatalog geeinigt. Diesen Normvertrag können VErlage und Übersetzer als Muster ihrer Vertragsbeziehung zugrunde legen. Die neue Fassung des Normvertrags wurde etwa um E-Book- bzw. Onlinerechte ergänzt. Ebenso wurde die Honorarklausel aktualisiert und an die Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs angepasst. Unter Beachtung von Urheberrechten soll der zeitgemäße Normvertrag zur Rechtssicherheit für Übersetzer beitragen.