Archiv der Kategorie: Aktuell

Neues Präsidium für FIT Europe

Das europäische Regionalzentrum des Weltdachverbandes der Dolmetscher und Übersetzer hat einen neuen Vorstand

Im Rahmen eines arbeitsreichen Wochenendes der FIT-Mitgliedsverbände in Barcelona – mit Vertretung des BDÜ durch Präsident André Lindemann und Vizepräsident Ralf Lemster – wurde am vergangenen Samstag auch der Vorstand des europäischen Regionalzentrums für die kommenden drei Jahre neu gewählt. Sie werden in ihrer Amtszeit die Geschicke des internationalen Verbandes der Dolmetscher, Übersetzer und Terminologen (Fédération Internationale des Traducteurs/International Federation of Translators, FIT) in Europa und der aktuell 52 unter diesem europäischen Dach vereinigten Mitgliedsverbände lenken.

Neue Präsidentin ist Annette Schiller vom irischen Verband ITIA. Dimitra Stafilia (PEEMPIP, Griechenland) wurde als Schatzmeisterin wiedergewählt. Neu halten Einzug in den Vorstand der FIT Europe: Reiner Heard (ATICOM, Deutschland) als Generalsekretär, Wanda Ruiz-Brunelot (SFT, Frankreich) und Henrik Walter-Johnsen (NAVIO, Norwegen) als Vizepräsidenten sowie Gabriella Suzanne Vanzan (assointerpreti, Italien; Mitte) und John O’Shea (PEM, Griechenland).

Schreibschrift – auch zu übersetzen

Ein Mann aus dem nordrhein-westfälischen Nettetal hat eine andere Art der Übersetzer- Aufgabe für die online-Community gefunden: Ihm liegt ein handgeschriebener Brief vor, der auf den 18. Oktober 1915 datiert ist. Allerdings ist die Handschrift für den heutigen Leser nur schwer bis gar nicht zu entziffern: Zum einen hatte die damalige Schreibschrift ihren ganz eigenen „Schönschreib“-Stil, das Sütterlin, zum anderen ist dort auch noch die individuelle Note des Verfassers. Alle Neugierigen, die den Inhalt erfahren oder ihren Spürsinn testen möchten, sind also aufgerufen, dem Herrn zu helfen.

Der Nachlass Peter Urbans

Peter Urban, einer der herausragendsten literarischen Übersetzer, lebte in einem Haus im Vogelbergkreis, wo er zwischen seinen Büchern, dem Bilderarchiv, Zettelkästen und Glossaren die wunderbaren Autoren für die Deutsche Literatur übersetzte und sogar für das große Publikum erst entdeckte. Zu seinen bevorzugt übersetzten Autoren der von ihm sehr gemochten Russischen Literatur zählen Anton Tschechow, dessen Gesamtwerk er übersetzte, aber auch Isaak Babel, Daniil Charms und Velimir Chlebnikow. Nun gibt es über Peter Urban (1941-2013) eine Ausstellung namens „Urbans Orbit“, die anlässlich des 20. Jubiläums des Deutschen Übersetzerfonds Einblick in seine Arbeit geben soll. Sie findet in den Räumen des Literarischen Colloquiums am Wannsee, Am Sandwerder 5 in Berlin noch bis 9. Februar 2018 statt und gewährt Zugang nicht nur zu Informationstafeln, sondern auch zu Arbeitsweise und Lebensart sowie Charakter und Denkweise des Slawisten.

Syrischer Autor auf der Suche nach Übersetzer

Der syrische Literaturwissenschaftler Bahaa Burhan ist ein weiteres Opfer des in Syrien ausgebrochenen Krieges, denn seine Bücher wurden zur Gefahr für ihn und seine Familie. Sein Buch „Rebellion of Fear“ thematisiert Gedanken der Gleichheit, Gerechtigkeit und Freiheit. Burhan war damit sogar Gast in mehreren Talkshows, wo sein Plädoyer für Menschlichkeit, ebenso wie seine philosophische Kritik an den momentanen weltlenkenden Mechanismen im Mittelpunkt der Gespräche standen. Dies änderte sich mit dem Ausbruch des syrischen Bürgerkriegs 2011. Zwar ist ihm die Ausreise nach Wuppertal gemeinsam mit seiner Familie gelungen und er führt mittlerweile dort ein sicheres Leben. Aber selbst ein Besuch in Syrien würden zu seiner Verhaftung oder Ermordung führen, da er als politisch neutral und religiös liberal zwischen den Fronten von Regierungstreuen und Opposition steht. Zum Beispiel sagt Burhan, dass „Freiheit verlangt, das Leben zu hinterfragen und einen Prozess anzustoßen, der Frieden über die kapitalistische Ausbeutung stellt, die letztendlich immer Ursache von großen Konflikten und Kriegen ist“.

Burhan arbeitet an seinem dritten Werk. Neben seiner Muttersprache Arabisch beherrscht er sehr gut Englisch und ein wenig Deutsch. Er sucht einen Übersetzer, der seine Werke ins Deutsche überträgt und auch noch einen Verlag, der Interesse hat, die Bücher in Deutschland zu verüffentlichen.