Archiv der Kategorie: Aktuell

BDÜ auf der tekom 2017

Vom 24. bis 26. Oktober ist der BDÜ mit einem Fachvortrag und kompetenter Beratung auf der tekom in Stuttgart vertreten und präsentiert dort auch das breit gefächerte BDÜ-Fachverlagsprogramm

Das BDÜ-Team stellt den Messebesuchern die vielfältigen Dienstleistungen der auf die ganze Bandbreite technischer Fachgebiete spezialisierten Mitglieder vor und berät sie zu allen Fragen rund um das technische Übersetzen und Dolmetschen.

Das Team freut sich auf viele interessierte Besucher am BDÜ-Stand in Foyer C2 (Stand Foy08).

Faröer übersetzen ohne Google

Faröer: Diese Inselgruppe im Nordatlantik ist nicht sonderlich bekannt. Offenbar wird sie deswegen auch gern von Google und dessen Übersetzerdients Google Translate übersehen. Die Sprache der Färinger scheint so unbedeutend, dass sie es  nicht in den Google Übersetzer schafft.

So gut die Dolmetscher-App auch sein mag, besonders viele Sprachen beherrscht sie nicht. Es sind nur 40. Weltweit gibt es aber etwa 7000, ohne etwaige Dialekte mit einzubeziehen. Färöisch ist neben Dänisch die offizelle Amtssprache der Färöer. Weltweit sind nur etwa 80.000 Menschen dieser Sprache mächtig. Zu wenig für den Google Übersetzer, aber genug für eine einfallsreiche Aktion des Tourismusverbandes der Faröer-Inseln.

Der Tourismusverband „Visit Faroe Islands“ hat folgendes eingeführt: Auf der Seite „Faroe Islands Translate“ können Besucher Begriffe oder Phrasen eingeben und übersetzen lassen. Die Anfragen bekommen Freiwillige und sprechen dann die Übersetzungen auf Färöisch in eine Handykamera oder Webcam. Alle Übersetzungen sind im Archiv abrufbar.

BAMF startet Online-Videotraining für Sprachmittler

prachmittlern kommt im Asylverfahren eine zentrale Rolle zu. Deswegen hat das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) in Zusammenarbeit mit dem BDÜ Schulungsmodule für deren Tätigkeit entwickelt.

Mit der Schulung „Dolmetschen im Asylverfahren“ startet das Bundesamt ein Online-Training, in dem die Sprachmittler standardisiert über die wichtigsten Aspekte ihrer Tätigkeit für das BAMF informiert werden. Neben der Etablierung eines Beschwerdemanagementsystems und dem verpflichtenden Nachweis von Deutschkenntnissen auf Sprachniveau C1 hat das BAMF damit seine Verfahren zum Einsatz der Sprachmittler neu geordnet.

Übersetzen: So wortgetreu wie möglich

Ein Negativbeispiel davon, wie ein Übersetzer nicht arbeiten solle, lieferte der Persisch-Übersetzer Nima Tchitsas, als er für die Iraner am 19.9. die Rede des US-Präsidenten vor der UNO in New York übersetzen sollte, die sehr Iran-kritisch war. Dafür bekam er viel Kritik und Spott zu hören.

Trump hatte am Dienstag den Iran als „ausgebrannten Schurkenstaat, dessen Hauptexporte Gewalt, Blutvergießen und Chaos sind“ bezeichnet. Tschitsas machte daraus auf Persisch: „Der Iran spricht von der Zerstörung Israels.“

Ebenso sagte Trump: „Neben der riesigen militärischen Macht der Vereinigten Staaten (…) ist es das iranische Volk, was seine Führung am meisten fürchtet.“ In der Übersetzung hieß es: „Die US-Armee ist eine sehr starke Armee, und die iranische Nation ist eine sehr starke Nation“.

Ein weiteres Bespiel: „Dies bringt das Regime dazu, den Internetzugang einzuschränken, Satellitenschüsseln herunterzureißen, unbewaffnete protestierende Studenten zu erschießen und politische Reformer einzusperren“ wurde zu „Im Iran geschehen viele Ereignisse, die für uns inakzeptabel sind“.

Ein iranischer Reformpolitiker warf dem Übersetzer daraufhin im Internet vor, er habe die Rede „zensiert und verfälscht“. Genau dies ist nicht die Aufgabe eines Übersetzers, der vor allem in der Politik nur als Sprachrohr des Redenden fungieren soll. Die halbamtliche Nachrichtenagentur Isna warnte ihrerseits, dass die verfälschte Übersetzung das Vertrauen in die iranischen Medien untergraben und die Zuschauer zu Exilsendern treiben könnte.