Jeder kennt die Übersetzer von Google oder Bing, manche vermuten sogar, die Tage eines klassichen Wörterbuchs oder der beruflichen Übersetzertätigkeit seien gezählt. Schnell sind diese digitalen Hilfen, aber dafür nicht immer richtig: oftmals zu ungenau oder sprachlich völlig inkorrekt erscheint eine Übersetzung dieser Dienste und ist für den Nutze unbrauchbar. Ein kleines Startup aus Köln, genannt DeepL, will hier ansetzen und beim Web-übersetzen Konkurrenz machen. Der von ihnen genutzte Computer auf Island hat, so die Firma, eine Leistung, mit der er eine Million Wörter in weniger als einer Sekunde übersetzen kann. Die Herangehensweise des Startups ist, ein Computernetzwerk ähnlich neuronalen Verknüpfungen zu nutzen. Dass dieses Programm dann präziser als die Konkurrenz übersetzen kann, liegt vor allem daran, dass die Software Wörter in Kontext verstehen kann, während andere Softwares eins zu eins übersetzen. So basierte die Technik der Onlinedienste von Google und Microsoft lange auf einer sogenannten statistischen Übersetzungsmethode. Hierbei analysiert ein Computerprogramm einen Korpus von zweisprachigen Texten und ordnet die Wörter einander aufgrund ihrer Häufigkeit und gegenseitigen Nähe zu. Bei Redewendungen oder Homonymen, also Wörtern, die für verschiedene Begriffe stehen, führt diese Grundlage schnell zu Übersetzungsfehlern. Zudem greift DeepL auf eine große Menge valider Vergleichsdaten zu, die den anderen Unternehmen eher fehlen. Sie beteiben zum Beispiel ebenso das online-Wörterbuch Linguee. Wie das Start-up auf seiner Seite schreibt, soll das künstliche neuronale Netz jede Art von Text übersetzen können – und dabei die Qualität aller bisherigen automatischen Übersetzer übertreffen. Das soll auch ein in Auftrag gegebener Blindtest bestätigen. Ob die Software jemals richtige Dolmetscher verdrängen wird, ist dennoch unwahrscheinlich. Sie eignet sich bisher nur für den Hausgebrauch.