Psychologen als „Übersetzer“

Psychologen als Übersetzer? Diese Sichtweise ist ungewohnt, aber durchaus nicht abwegig. Erfahrene Psychotherapeuten sehen sich als Vermittler zwischen dem Körper des Patienten und seiner Psyche. Oft wissen die Patienten, dass sie an etwas leiden, können es aber nicht ausdrücken. Der Therapeut hingegen kennen die Termini für die Symptome, weiß anfangs aber noch nicht, woran der Patient leidet. Hier spielt die Sprache wieder eine große Rolle: Kommunikation als Schlüssel zur Übersetzung von körperlichen Symptomen in eine greifbare Definition. Man gibt den Symptomen eine Deutung, eine Rahmen und macht sie greifbarer. In Gesprächen kann der Therapeut das, was ihm sein Patient anvertraut, in geordnete, medizinisch relevante Ausdrücke übersetzen und so einen Lösungsweg finden. Gerade auf dem anerkannten medizinischen Feld der Psychosomatik muss zwischen Geist und Körper vermittelt und diese Beziehung wieder ins Gleichgewicht gebracht werden. Eine Übersetzung dieser Störungen durch den Therapeuten, um eine Lösung gemeinsam mit dem Patienten zu erarbeiten.