Vorteile von Muttersprachlern

Manchmal steht man vor der Wahl zwischen zwei Übersetzern: einer Muttersprachler, einer nicht. Vielleicht ist dieser aber günstiger. Warum ist es dennoch sinnvoll, einen Muttersprachler (sog. native speaker) zu engagieren – oder zumindest jemand, der in dem Land der gewünschten Sprache gewohnt hat?

Ein Vorteil wird deutlich, wenn man sich vor Augen führt, dass ein wortwörtliches Übersetzen normalerweise zu keinen guten Ergebnissen führt, selbst wenn jedes Wort im Wörterbuch überprüft wird. Dann nämlich müssen daneben auch alle morphologischen, syntaktischen und semantischen Strukturen richtig in die Zielsprache umgesetzt werden. Es ist nicht genug, einfach nur der Zielsprache mächtig zu sein, sondern eine hochwertige, flüssige Übersetzung erfordert eine vollkommene Beherrschung der Zielsprache durch den Übersetzer inklusive aller grammatikalischen und stilistischen Formen. Im Idealfall sollte der Übersetzer hauptsächlich in seine Muttersprache übersetzen, denn diese ist ihm nicht nur heimisch, sondern er kennt auch den kulturellen Kontext, in den Sprache immer eingebettet ist. In der Sprache geläufige Wortspiele, Referenzen und Begrüßungsformen sind für native speaker besser zu verstehen und es fällt ihnen leichter, eine analoge Terminologie in der Übersetzersprache zu finden. Zudem können sie sich in ihrer Muttersprache direkt und eloquent ausdrücken. Voraussetzung ist natürlich, dass der Muttersprachler diese Sprache noch ausreichend beherrscht und sie nicht langsam ins Vergessen gerät. Davon kann man bei professionellen Berufsübersetzern allerdings ausgehen.