Archiv des Autors: Rose & Dmowska

Stadt Schramberg sucht ehrenamtliche Übersetzer

Mit der stetig steigenden Anzahl an Einwohnern, die Deutsch nur als Zweitsprache oder noch gar nicht sprechen, steigt auch der Bedarf nach Dolmetschern. Zum Beispiel werden Elterngespräche in der Schule, Behördengänge und  Arztbesuche  oft durch unzureichende oder fehlerhafte erschwert und  somit gemieden. Nicht immer hilft es dann, wenn Freunde oder Verwandte übersetzen. Die Stadt Schramberg möchte daher einen gemeinsamen Pool von ehrenamtlichen Übersetzern bilden. Die „ehrenamtlichen Sprachmittler“ können in Zukunft von allen Kindergärten, Schulen, Behörden oder anderen Einrichtungen kostenfrei in Anspruch genommen werden. Eine Förderung des Ministeriums für Soziales und Integration des Landes Baden-Württemberg ermöglicht dies. Wichtig dabei ist, dass jeder Übersetzer auch selbst entscheiden kann, in welcher Häufigkeit und bei welchen Themen er oder sie übersetzen möchte.

Neben einer umfassenden Schulung erhält jeder Sprachmittler für die geleisteten Einsätze eine Aufwandsentschädigung. Hinzu kommen Begleitungsangebote wie Beratungen und bei Bedarf Supervision. Eine vorbereitende Schulung für die Sprachmittlertätigkeit findet am Freitag,  30. November und Samstag,  1. Dezember statt. Wer sich in Baden-Württemberg sozial engagieren möchte, kann sich bei Charlotte Distler unter 07422 29584 oder charlotte.distler@schramberg.de anmelden. Es kann dabei auch nur ein Beratungsgespräch in Anspruch genommen werden. Auch Ärzte oder andere Einrichtungen, die Bedarf an Dolmetscherleistungen haben, dürfen sich gerne melden.

Autoren und Übersetzer ausgezeichnet

Am 31.10.2018 sind in Frankfurt die diesjährigen Deutschen Kinder- und Jugendtheaterpreise vergeben worden.

Erstmals wurden ausdrücklich auch die Leistungen der Übersetzer gewürdigt. Ausgezeichnet wurden die Stücke „Die Zertrennlichen“ des Franzosen Fabrice Melquiot in der Übersetzung von Leyla-Claire Rabih und Frank Weigand sowie „Der (vorletzte) Panda oder Die Statik“ des Kroaten Dino Pesut in der Übersetzung von Alida Bremer unter Mitarbeit von Sonja Anders und Friederike Heller. Der alle zwei Jahre vom Bundesfamilienministerium vergebene Preis ist mit jeweils 10.000 Euro dotiert.

Mangel an Gerichtsdolmetschern

Das Justizministerium spart. Und zwar bei den Honoraren der Gerichtsdolmetscher. Den Richtern gehen qualifizierte Dolmetscher und Übersetzer aus.

In öffentlich-rechtlichen Prozessen wie Strafverfahren kommt die Justiz für die Leistung der Übersetzer auf. Diese Berufsgruppe wird unter dem Titel „allgemein beeidete und gerichtlich zertifizierte Dolmetscher“ per Bundesgesetz geregelt. Das Honorar, das ihnen der Staat zugesteht, ist allerdings so niedrig, dass sich der Job kaum noch lohnt.

Dabei sind gute Übersetzungen für das Justizsystem ebenso wie für jeden Einzelnen, der als Angeklagter, Opfer oder Zeuge mit einem Gericht in Berührung kommt, wichtiger denn je: Bei rund der Hälfte aller Strafverfahren sind mittlerweile Dolmetscher nötig. Der Bedarf bei Asylsachen ist natürlich noch höher. Das Sparen bei den Übersetzergebühren und damit an der Verständigung stellt das Recht auf einen fairen Prozess infrage. Als Folge davon ziehen sich Verfahren in die Länge und stauen sich. Der Aspekt fehlender Übersetzer wird oft nicht einmal in Betracht gezogen, wenn über die langwierige Entscheidungsfindung geklagt wird. Im Jahr 2006 zählte das Innenministerium noch rund 1.400 zertifizierte Gerichtsdolmetscher, mittlerweile sind es nur 780. Da viele das Pensionsalter bereits überschritten haben, wird sich die Zahl eher weiter verringern. Unter 50-Jährige sind eine Minderheit, das Durchschnittsalter bei zum Beispiel Arabischübersetzer liegt bei 70 Jahren. Die Justizverwaltung sollte sich gut überlegen, ob diese Honorare einzusparen wirklich ein Gewinn für die Gesellschaft und die Finanzen bringt.

Bewertungssystem für maschinelle Übersetzungen

Wozu und wi kann man einen maschinellen Übersetzer bewerten? Es gibt tatsächlich ein Bewertungssystem, nach dem online-Übersetzungen nach ihrer Qualität eingestuft werden. Doch die Überprüfung ist von den jeweiligen Umständen abhängig. Zunächst muss das richtige System ausgewählt werden. Ausschlaggebend dafür sind z. B. die benötigten Sprachkombinationen sowie das Fachgebiet, in dem die Ausgangstexte weitestgehend geschrieben sind und übersetzt werden müssen. Nicht jedes System ist bspw. für die Übersetzung von E-Commerce-Texten vom Russischen ins Chinesische geeignet.
Danach kommt die Qualitätsbewertung, wenn man sich für ein System entschieden hat. Erst dann geht es ans Training und die stetige Verbesserung (Tuning) der sogenannten Engines. Maschinelle Übersetzungssysteme können auf unterschiedlichen Ansätzen basieren; zum Beispiel können sie regelbasiert, statistisch und neuronale maschinelle Übersetzungen sein. Für die Bewertung von statistischer maschineller Übersetzung (SMÜ) wurde bereits eigens eine statistische Qualitätsmetrik entwickelt: BLEU (Bilingual Evaluation Understudy). Bis heute erfreut sie sich großer Beliebtheit und wird nicht nur für SMÜ eingesetzt. Aktuell wird die neuronale maschinelle Übersetzung (NMÜ) ebenfalls anhand von BLEU-Scores bewertet. Aufgrund der unterschiedlichen Funktionsweise ist der BLEU-Score hier jedoch nur bedingt aussagekräftig, weshalb die Humanevaluation, insbesondere bei der NMÜ, vor die Systemauswahl geschaltet werden sollte.