Archiv des Autors: Rose & Dmowska

Übersetzer von Comics

Übersetzung ist immer eine Art Interpretation des Ausgangstextes. Das gilt auch für Comics, vor allem für an Sprache interesserte Menschen. Dabei gibt es bei der Übersetzung von Comics eigene Probleme: Noch bevor es um die Qualität der Übersetzung geht, muss sie zunächst einmal in die vorgegebene Sprechblase passen, ohne etwas wegzulassen oder mit der falschen Bedeutung zu versehen. Dennoch gibt es bei Comicübersetzungen eine größere Freiheit als bei zum Beispiel prosaischen Texten: Es muss mehr der Geist der Geschichte vermittelt werden, als eine wortgetreue Übertragung. Das ist vor allem bei Übersetzungen ins Deutsche aus dem Englischen vorteilhaft, da das Deutsche oft länger gerät als das englische Original und man mehr kürzen muss. Dabei gilt oft: Jede Übersetzung kann als Neudichtung angesehen werden. Vorbild ist auf dem Feld der Comicübersetzung Erika Fuchs, die langjährige Redakteurin der Micky Maus und geniale Übersetzerin. Sie kreierte wunderbare Wortspiele, witzige Wendungen und phantasiereiche Namen und baute zahlreiche Zitate, zum Beispiel aus Klassikern, in die Texte ein.

Sich in die Charaktere einzufühlen, ist dabei aber nicht immer erforderlich. Je nach Zeichner oder Texter hat eine Hauptfigur, wie beispielsweise Donald Duck oder Mickey Mouse, möglicherweise sehr unterschiedliche oder sogar gegenläufige, nicht miteinander zu vereinbarende Eigenschaften. Es gibt häufig keine übergreifenden Charaktereigenschaften, sondern diese wechseln oft. Wichtiger ist es, nachzuvollziehen, was der Autor an dieser Geschichte besonders hervorheben wollte und wie man diesen wichtigen Punkt am besten in die andere Sprache (und passend zur Sprechblase) überträgt. Die lautmalerischen Ausdrücke wie „Grrrh“ oder „knarz“ sind dabei nicht allzu entscheidend, helfen aber der Vorstellungskraft des Lesers. Hauptsächlich enthalten Comics Alltagssprache, manchmal ironisch oder besonders blumig formuliert. Es gibt nicht „die“ Comic-Sprache, sondern der gute Übersetzer setzt den Text so um, dass nicht von der Geschichte selbst abgelenkt wird. Comics sind in ihrer Bild- und Sprachästhetik eher dem Film ähnlich. Ebenso wie beim FIlm haben gute Texte natürlich Einfluss auf unsere Sprachkultur. Darüber hinaus können sie für Sprache sensibilisieren. Dabei ist es allerdings nicht so, dass sie leichter konsumierbarer wären und so den Einstieg in ein „richtiges“ Buch vereinfachten. Anspruchsvolle Comics muss man als eigene Kunstform auch lesen lernen, was die Übersetzung wiederum besonders macht. Und würde sich ein comicbegeisterter Übersetzer nicht einen Kindheitstraum erfüllen, indem er Comics mit neuen Augen betrachtet und durch seine Übersetzung dazu beitragen kann, dass immer mehr Menschen Spaß daran haben?

Nutzen von Übersetzungen: Europapass

Der Europass soll Berufstätigen den Gang ins Ausland erleichtern. Unter anderem besteht die Dokumentensammlung aus einem schematischen Lebenslauf, einem Sprachenpass und sogenannten Zeugniserläuterungen.

Letztere gibt es ab sofort nicht nur für Ausbildungs-, sondern auch für Fortbildungsberufe. Sie stehen auf der Webseite des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) in Englisch und Französisch zum Herunterladen bereit. Der Download ist kostenlos, genau wie der Rest des Europass-Angebots.

Die Zeugniserläuterungen erklären kurz und bündig, welche Fähigkeiten jemand in einer Fortbildung erlernt hat und welche Jobs er damit ausüben kann. Dazu gibt es formelle Informationen zum erworbenen Abschluss. So können Berufstätige mögliche Arbeitgeber im Ausland informieren, ohne selbst zum Übersetzer zu werden. Aktuell sind rund 70 Erläuterungen verfügbar, vom Abwassermeister bis zum Zweirad-Servicetechniker. Längerfristig will das BIBB etwa 120 der Dokumente zum Download bereitstellen.

Frohe Weihnachtstage!

Das Übersetzer- und Dolmetscherbüro Dr. Rose Translation wünscht seinen Kunden, Freunden, allen Bekannten und Followern eine wunderschöne Weihnachtszeit! Mögen Sie geruhsame, erholende Feiertage genießen und eine harmonische Zeit verbringen – ob allein, mit Ihrer Familie, mit Freunden oder zu zweit oder mit Haustieren. Freuen Sie sich über liebevolle Geschenke und über das Beschenken anderer, denn in dieser Zeit des Jahres wie zu keiner anderen Jahreszeit ist die Freude am größten, wenn man sie teilen kann. Gerade jetzt sollten wir auch an die Mittellosen denken und sie in unsere Festlichkeiten mit einbeziehen.

Dr. Rose Translation wünscht allen eine Weihnachtszeit, aus der Sie Kraft und Stärke gewinnen können und mit neuer Motivation und Freude ans Werk gehen können!

Stilreiche Autoren und Übersetzertricks

Daniel Kehlmanns neuer Roman „Tyll“ begeistert schon deutsche Leser und Rezensenten. Wie aber lässt sich ein komplexes Buch in andere Sprachen übertragen? Erfahrene Übersetzer müssen den abwechslungsreichen Text und Worte aus dem Mittelalter unter anderem ins Griechische übertragen. Dafür sorgt Konstantinos Kosmas, der eine Lösung für den Gebrauch von deutschen Worten aus dem späten Mittelalter, wie beispielsweise Henkersgericht, Gottesacker, Wams und Halsgerichtsordnung finden musste. Sogar deutschsprachigen Menschen sind nicht alle Begriffe auf Anhieb verständlich.

Der Übersetzer Kosmas ist am Centrum Modernes Griechenland der Freien Universität Berlin zuständig für die Edition Romiosini. Auch die anderen Romane von Kehlmann – „Die Vermessung der Welt“, „Ruhm“, „F“ und einige andere – hat er schon ins Griechische übertragen.

Kosmas bezeichent die Übersetzung Kehlmanns als eine sehr schöne Herausforderung. Er habe das Bild, dass man die Sprache, den Autor tanzen sieht auf einem Terrain, und da müsse man die schwierigen Figuren, die er tanzt, nachtanzen auf einem anderen Terrain. Das andere Terrain sei die Zielsprache. Die besondere Schwierigkeit sei zudem, dass Kehlmann in den meisten Kapiteln eine andere Stilrichtung hat. Sprachlich ist das eine dritte Erzählebene, die sich mit einer Art Volkssprache mit Gespenstern und Erzählungen oder mal einem Märchen oder einem barocken Theater abwechselt. Tatsächlich tauchen dann Wörter auf, die es im feudalen Zentraleuropa so gibt, aber in diesem besonderen Fall nicht in Griechenland.

Für Kosmas war die Übersetzung dieser Wörter ins Griechische solange eine neue Herausforderung, bis ihm eine Idee kam: Die Peloponnes war früher unter anderem französisch besetzt. Zwar 200 Jahre später als zur Buchzeit, aber die Wörter dürfte es dennoch geben. Deswegen schlug Kosmas Wörter wie „Voigt“ oder „Schultheiß“ zunächst im französischen Wörterbuch nach. Unter Zuhilfenahme seiner Fantasie, um herauszufinden, wie diese Wörter auf Griechisch klingen könnten, hat er sie dann in einem griechischen mittelalterlichen Wörterbuch gesucht. Belohnt wurde so viel Einfallsreichtum mit Erfolg, denn Kosmas fand die sehr griechisch und schön klingenden Wörter.

Übersetzen ist eben nicht nur eine stumpfe Tätigkeit, sondern verlangt auch Kreativität und lösungsorientiertes Denken. Am Ende werden wir mit Sicherheit mit einem hervorragenden Ergebnis der Übersetzung ins Griechische belohnt.