Archiv des Autors: Rose & Dmowska

Jetzt offiziell: Internationaler Welt-Aktionstag für Übersetzer!

Die Vollversammlung der Vereinten Nationen hat am vergangenen Mittwoch den 30. September offiziell zum Weltübersetzertag erklärt.

Professionelle Übersetzer, Dolmetscher und Terminologen tragen in einer global vernetzten Welt entscheidend zur Verständigung zwischen den Nationen und zum Weltfrieden bei. Dank der UN-Resolution findet diese tragende Rolle nun offizielle Anerkennung.

Inoffiziell wird der 30. September als „Hieronymustag“ – nach dem Todestag des Heiligen Hieronymus, Schutzpatron der Übersetzer, benannt – schon länger genutzt, um an diesem Tag die Leistungen professioneller Übersetzer und Dolmetscher ins Licht der Öffentlichkeit zu rücken. Auch der BDÜ reiht sich mit diversen Veranstaltungen landesweit ein und verleiht an diesem Tag insbesondere seinen Hieronymuspreis, mit dem Unternehmen für vorbildliche Zusammenarbeit mit Übersetzern und Dolmetschern ausgezeichnet werden.

Informationsabend zu Übersetzerberufen in Köln

Die Übersetzer- und Dolmetscherschule Köln in Sülz stellt verschiedene, allgemein anerkannte Berufe vor, für die Fremdsprachenkennstnisse erforderlich sind. Die Veranstaltung findet am Dienstag, 13. Juni, in der Weißhausstraße 24 ab 18 Uhr statt. Der Informationsabend ist für Interessierte kostenfrei, wobei aber eine Amneldung unter der Telefonnummer (02 21) 22 20 60 83 nötig ist.

Es werden unter anderem Informationen zur Ausbildung zum Fremdsprachenkorrespondenten mit IHK-Prüfung erteilt. Daneben kann man sich über die Ausbildung zum staatlich geprüften Übersetzer und Dolmetscher für Englisch erkundigen und es werden ebenso Online-Lehrgänge vorgestellt. Durch diese Lehrgänge können Abschlüsse in sechs verschiedenen Sprachen als staatlich geprüfter Übersetzer erreicht werden.

Die annähernd ein Jahr dauernde Ausbildung kostet rund 4700€. Für eine zertifizierte Vollzeitausbildung ist aber eine staatliche Beihilfe in Form von BAföG möglich, ebenso wie der Einsatz eines Bildungsgutscheins.

iTranslate: Übersetzer-Ohrstöpsel auf dem Markt

Ein Startup aus Graz hat in Zusammenarbeit mit Headphone-Hersteller Bragi Ohrstöpsel auf den Markt gebracht, die in Echtzeit das gesrochene Wort über eine dazu gehörende App, die kostenpflichtig erworben werden muss, direkt ins Ohr des Empfängers übersetzen können sollen. Bis zu 40 Sprachen sollen übersetzt werden können, um so eine reibungslose Kommunikation zwischen den Beteiligten zu ermöglichen. Verfügbar sind sie allerdings erst nur in den USA und Kanada. Im Hinblick auch auf die von Microsoft vorgestelle Software, die Präsentationen in Echtzeit überzetzen können soll, stellt sich für konventionelle Dolmetscher und Übersetzer die Frage, ob solche eine Software den Menschen nicht bald ersetzen könnte. Der größte Nachteil solcher Programme ist aber, dass sie  Emotionen und Betonung des Gesprochenen nicht erfassen können und eine lückenlos fehlerfreie Übersetzung nicht garantieren. Da verlässt man sich doch lieber auf seinen staatlich geprüften und zugelassenen Dolmetscher.

Wer wird 2017 Hieronymus-Preisträger?

Der Bundesverband der Dolmetscher und Übersetzer e.V. (BDÜ) zeichnet mit seinem Hieronymus-Preis beispielhaftes Handeln von Unternehmen im Bereich der mehrsprachigen Kommunikation aus.

Eine gelungene Kommunikation ist die Basis für erfolgreiche Gespräche, Geschäftsbeziehungen und Vertragsabschlüsse. Die Bereiche, in denen professionelle Übersetzer und Dolmetscher dazu beitragen können, sind vielfältig. Sie reichen von der Übersetzung von Verträgen, Internetauftritten und Handbüchern über das Dolmetschen von Produktvorführungen, die Lokalisierung von Software, das Dolmetschen von Vorträgen, die Begleitung bei Vertragsverhandlungen, die Einführung in eine fremde Kultur, den schnellen Überblick über fremdsprachliche Dokumente bis hin zur mehrsprachigen Präsentation eines Unternehmens.

Viele Unternehmen und Organisationen haben die entscheidende Bedeutung kompetenter Sprachexperten und den Mehrwert des Einsatzes von qualifizierten Übersetzern und Dolmetschern erkannt. Mit der Verleihung des Hieronymus-Preises im Rahmen einer BDÜ-Veranstaltung würdigt der Verband ein in diesem Sinne branchenweit vorbildlich handelndes Unternehmen.

Verfahren

Vorschlagsberechtigt sind BDÜ-Mitglieder, Dolmetscher und Übersetzer, Unternehmen sowie alle an der qualifizierten Sprachmittlertätigkeit Interessierten.

Ein Vorschlag wird formlos an die Bundesgeschäftsstelle des BDÜ, Uhlandstraße 4-5, 10623 Berlin, info@bdue.de, eingereicht.

Dieser enthält eine Begründung mit spezifischer Benennung der auszeichnungswürdigen Aspekte (Umfang maximal 300 Wörter) und die Nennung eines Ansprechpartners in dem Unternehmen sowie der Kontaktdaten des Unternehmens. Der Vorschlag muss bis spätestens 31. Juli 2017 in der Bundesgeschäftsstelle eingegangen sein.

Vorgeschlagen werden kann jedes Unternehmen im In- und Ausland, das in vorbildlicher Weise seine mehrsprachige Kommunikation mit internen oder externen Übersetzern und/oder Dolmetschern realisiert. Von dem ausgezeichneten Unternehmen wird erwartet, dass es einen Firmenvertreter zur Entgegennahme des Preises auf der BDÜ-Veranstaltung entsendet und einer Veröffentlichung seines Namens und Logos im Zusammenhang mit dem Hieronymus-Preis des BDÜ zustimmt.

Das Entscheidungsgremium ist eine Jury, die sich aus den Mitgliedern des Bundesvorstandes sowie aus drei Vertretern der BDÜ-Mitgliedsverbände zusammensetzt. Die Vertreter der Mitgliedsverbände wurden von der Mitgliederversammlung des BDÜ bestimmt.

Die Auswahl der Jury erfolgt durch Mehrheitsentscheidung in nicht öffentlicher Sitzung; die Entscheidung der Jury ist abschließend und nicht anfechtbar. Die Liste der vorgeschlagenen Unternehmen wird nicht veröffentlicht. Sollte die Jury zu dem Ergebnis kommen, dass kein auszeichnungswürdiges Unternehmen vorgeschlagen wurde, kann die Verleihung des Preises ausgesetzt werden.

Preis

Bei der Auszeichnung handelt es sich um einen primär ideellen Preis, der aus einem Glasquader mit Laser-Innendruck oder Vergleichbarem besteht.

Hintergrundinformation

Der Heilige Hieronymus gilt als der Schutzpatron der Übersetzer. Der Gedenktag des Heiligen am 30. September wurde 1992 vom internationalen Übersetzerverband FIT zum Weltübersetzertag ausgerufen. Der Gelehrte und Theologe Hieronymus, der von ca. 347 bis 420 lebte, übersetzte die Bibel in das Sprechlatein seiner Zeit. Bis zu diesem Zeitpunkt lagen die biblischen Schriften vornehmlich in griechischer Übersetzung und meist hebräischen Originaltexten vor. Das große Werk des Kirchenvaters, die Vulgata, war über viele Jahrhunderte die offizielle Fassung der Bibel in der römischen Kirche.

Information des Bundesvorstands, 15.05.2017