Hohe GKV-Beiträge: IfG fordert deutliche Entlastung von Selbstständigen

Ende Juni stellte das renommierte Münchner Institut für Gesundheitsökonomik (IfG) unter Leitung von Prof. Dr. Günter Neubauer die Ergebnisse einer Studie zur Belastung von Selbstständigen durch hohe Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge vor.

Problematisch ist dies insbesondere in der Gründungsphase der Selbstständigkeit oder für nebenberuflich Selbstständige, zu einem Großteil also auch Frauen, die nur bis zu einer geringen Einkommensgrenze arbeiten können, wollen sie nicht aus der Familienversicherung fallen. Dieses für das vielbeschworene mittelständische Rückgrat der deutschen Wirtschaft so wichtige Potenzial wird folglich mit den derzeitigen Regelungen massiv ausgebremst.

Empirische Daten für die vom Bundesverband der Übersetzer und Dolmetscher (BDÜ) gemeinsam mit dem Bundesverband Direktvertrieb Deutschland (BDD) und dem Verband der Gründer und Selbstständigen Deutschland (VGSD) in Auftrag gegebene Expertise lieferte eine Umfrage, an der mehr als 8000 freiberuflich bzw. selbstständig Tätige teilnahmen.

Die Befragung ergab unter anderem, dass Selbstständige bei diesem Thema im Vergleich zu Arbeitnehmern stark benachteiligt sind. Um die derzeit bestehende Hürde zum Einstieg in die Selbstständigkeit abzuschaffen, wird eine deutliche Senkung der Mindestbemessungsgrenze bzw. eine Anpassung der Beiträge an das jeweilige Einkommen gefordert.

So kommentiert auch BDÜ-Vizepräsident Ralf Lemster: „Die Studie behandelt ein deutliches Problem für zahlreiche Selbstständige, insbesondere in der Existenzgründung oder während wirtschaftlicher Schwächephasen. Hier gilt es, die überproportionale Belastung durch GKV-Mindestbeiträge zu verringern – nicht zuletzt, um Spielräume für eine verstärkte Altersvorsorge zu schaffen.“