Papst Franziskus und das Vater Unser

Offensichtlich gibt es nicht nur in der Übersetzung weltlicher prosaischer Texte manchmal Meinungsverschiedenheiten und unterschiedliche Interpretationsmöglichkeiten. Auch in kirchlichen Texten herrscht oft Uneinigkeit. Auf die Spitze dürfte das Papst Franziskus nun getrieben haben, da er die letzte Zeile des Vater Unser „führe uns nicht in Versuchung“ für keine gute Übersetzung in die deutsche Sprache halte, wie er dem italienischen Fernsehsender TV2000 gegenüber sagte. Denn es führe nicht Gott, sondern Satan die Menschen in Versuchung. Damit stellte er Luthers ursprüngliche Fassung in Frage. Die französischen Bischöfe hätten sogar schon angewiesen, die Stelle in „lass uns nicht in Versuchung geraten“ zu ändern. Hier ist allerdings eine Unterscheidung zwischen der Sprache des Gebets und der der Liturgie zu treffen, die philologisch so korrekt ist. Ob das in vorliegenden Fall nützt, sei dahingestellt. An solchen theologischen Haarspaltereien sollen die sich die Köpfe zu diesem Thema einschlagen, denen es Spaß macht und die einen Sinn darin sehen.