Übersetzer wegen Landesverrats angeklagt

Ein Deutsch-Afghane, der als Übersetzer für die Bundeswehr arbeitete, soll deutsche Staatsgeheimnisse an einen iranischen Nachrichtendienst weitergegeben haben. Die Bundesanwaltschaft hat deshalb Anklage gegen den Übersetzer erhoben, wie der Generalbundesanwalt am Freitag mitteilte. Einblick in Staatsgeheimnisse hatte der 50-jährige Abdul S., weil er seit mehreren Jahren als Übersetzer und Landeskundlicher Berater bei der Bundeswehr tätig war. Dabei habe er auch Einblick in Dokumente erhalten, die ein Staatsgeheimnis darstellten. Einige dieser Erkenntnisse soll er dann aber an einen iranischen Nachrichtendienst weitergegeben haben, wie es in der Anklageschrift heißt. Die Anklage lautet auf Landesverrat in einem besonders schweren Fall und auf Verletzung von Dienstgeheimnissen in 18 Fällen. Abdul S. war am 15. Januar 2019 im Rheinland festgenommen worden und befindet sich seitdem in Untersuchungshaft.