Der mit 25 000 Euro dotierte Straelener Übersetzerpreis 2020 der Kunststiftung NRW wird an Hans-Christian Oeser verliehen. Der Literaturübersetzer werde für die 2018 erschienene Übertragung von Sebastian Barrys Roman «Tage ohne Ende» aus dem Englischen ausgezeichnet. Oeser finde «einen dynamischen Stil von großer Musikalität», erklärte die Jury. Der 69-Jährige wird auch für sein Lebenswerk ausgezeichnet. Der jährlich vergebene Übersetzerpreis gehört zu den höchstdotierten Literaturpreisen im deutschsprachigen Raum. Den mit 5000 Euro verbundenen Förderpreis erhält André Hansen. Der ebenfalls in Berlin lebende 34-Jährige wird für seine Übersetzung des Romans «Zwei Brüder» von Mahir Guven geehrt. Die Jury hob seine «mutige und einfallsreiche Übertragung» der französischen Umgangssprache hervor. Zu den von Oeser übersetzten Autoren gehören Oscar Wilde, Christopher Isherwood, D. H. Lawrence, Ian McEwan, Virginia Woolf und Mark Twain. Er ist Autor mehrerer Reisebücher über Dublin und Irland sowie eines Oscar-Wilde-ABCs und Mitautor einer James-Joyce-Biografie. Der seit 2001 vergebene Preis wird üblicherweise am Europäischen Übersetzer-Kollegium in der kleinen Stadt Straelen am Niederrhein übergeben. Dieses Arbeitszentrum für professionelle Literatur- und Sachbuch-Übersetzer hatte bei der Gründung 1978 Schriftsteller wie Heinrich Böll, Samuel Beckett und Max Frisch als Unterstützer.