Archiv des Autors: Rose & Dmowska

Zehnjähriges Bestehen des Vereins Weltlesebühne

Der Verein Weltlesebühne feiert 2019 sein zehnjähriges Bestehen mit einer länderübergreifenden Aktion zum Internationalen Übersetzertag, dem Hieronymustag. Es wurden bereits über 30 Veranstaltungen rund um den 30. September angekündigt. Seit nunmehr zehn Jahren bringt der Verein Übersetzer, gerade auch zum Hieronymustag, selbst auf die Bühne und beleuchtet verschiedene Facetten ihres Tuns und der von ihnen übersetzten Literatur. Die Veranstaltungen bauen auf der eigenen Erfahrung der Mitglieder als Übersetzer, auf kollegiale Vernetztheit und brancheninterne Kontakte und auf die Unterstützung durch große, wichtige Förderer und viele Kooperationspartner auf. Zum Hieronymustag (benannt nach dem nach dem Bibelübersetzer und Schutzpatron des Berufsstandes) sind im deutschsprachigen Raum 22 Veranstaltungen verschiedener Formate geplant. Sie sollen Einblick in die Übersetzerwerkstatt geben und zum Austausch mit den Übersetzern einladen. Beim besonderen Veranstaltungsformat des „Gläsernen Übersetzers“ arbeiten Literaturübersetzer öffentlich an einer Übersetzung, erläutern ihre Überlegungen und diskutieren ihre Entscheidungen mit dem Publikum. Interessierte können so den Prozess des Übersetzens hautnah und live miterleben und -gestalten. „Gläserne Übersetzer“ kommen in verschiedenen Städten zum Einsatz – so auch in neun Goethe-Instituten in Amsterdam, Budapest, Kairo, Lissabon, London, Mexiko-Stadt, Peking, Prag und Rangun

WordPress arbeitet mit DeepL-KI

Der Übersetzungsdienst DeepL, entwickelt von einem Kölner Startup, gehört mittlerweile sicher zu den besten automatisierten Übersetzungen auf dem Markt. Deutlich treffender und mit weniger Nachbearbeitung als bei Google Translate lassen sich Texte in acht Sprachen übersetzen. Auch wenn man bei Fachvokabular nachbearbeiten muss, so ist gerade bei den gängigen Sprachen, allen voran Englisch, das Ergebnis beeindruckend. Auf Basis dieser KI hat nun WordPress, der Website-Gestalterdienst, das Plugin Neuronto entwickelt, das mit geringem Aufwand fremdsprachige Versionen von WordPress-Inhalten ermöglicht. Da Neuronto mit KI-Elementen arbeitet, lernt es über die Zeit, welcher von mehreren möglichen Begriffen der gewünschte ist  oder bei welchem Begriff der Nutzer immer wieder nachbessert. Unterstützte Sprachen sind Englisch, Französisch, Russisch, Spanisch, Italienisch, Holländisch, Polnisch und Portugiesisch. Neben den reinen Postings lassen sich auch die URL entsprechend anpassen sowie die Tags der Seite. So lassen sich beispielsweise gezielt bestimmte Inhalte übersetzen und der Rest davon ausnehmen, etwa wenn ein bestimmtes Thema in einem anderen Land nicht relevant ist. Neben einer privaten, auf eine Domain beschränkten Lizenz für 69 US-Dollar  gibt es auch domainunabhängige und nicht auf einzelne Nutzer limitierte Lizenzen (149 Dollar für bis zu fünf Domains, 399 Dollar für Agenturen und 799 Dollar für Unternehmen ohne jegliche Beschränkung). Auch wenn das erstmal nicht billig klingt, wird es sich dennoch schon bei nur wenigen Übersetzungsaufträgen amortisieren können. Strategisch günstig kann dabei sein, die Technik „fürs Grobe“ einzusetzen und durch einen menschlichen Übersetzer optimieren zu lassen. Je nach Sprache ist DeepL nämlich auch unterschiedlich leistungsfähig und bekommt unterschiedlich viel Input, durch den es lernen kann.

Übersetzer wegen Landesverrats angeklagt

Ein Deutsch-Afghane, der als Übersetzer für die Bundeswehr arbeitete, soll deutsche Staatsgeheimnisse an einen iranischen Nachrichtendienst weitergegeben haben. Die Bundesanwaltschaft hat deshalb Anklage gegen den Übersetzer erhoben, wie der Generalbundesanwalt am Freitag mitteilte. Einblick in Staatsgeheimnisse hatte der 50-jährige Abdul S., weil er seit mehreren Jahren als Übersetzer und Landeskundlicher Berater bei der Bundeswehr tätig war. Dabei habe er auch Einblick in Dokumente erhalten, die ein Staatsgeheimnis darstellten. Einige dieser Erkenntnisse soll er dann aber an einen iranischen Nachrichtendienst weitergegeben haben, wie es in der Anklageschrift heißt. Die Anklage lautet auf Landesverrat in einem besonders schweren Fall und auf Verletzung von Dienstgeheimnissen in 18 Fällen. Abdul S. war am 15. Januar 2019 im Rheinland festgenommen worden und befindet sich seitdem in Untersuchungshaft.

Gesprächsanalyse durch Microsoft

Ebenso wie Apple, Google und Amazon setzt auch Microsoft darauf, dass seine Mitarbeiter die gesprochenen Texte auswerten, um die Erkennungs- und Übersetzungsleistung sowohl von Cortana als auch des Skype-Translators zu verbessern. Es wurde jedoch bekannt, dass externe Mitarbeiter oft auch intime Details anhören und auswerten können, unter anderem in Dokumenten, Screenshots und Audioaufnahmen. Diese Dateien enthalten zwangsläufig teilweise Ausschnitte von äußerst privaten Unterhaltungen, wie etwa explizit sexuell bezogenen Gesprächen, zuweilen vollständigen Adressen oder auch dem eigenen Gewichtsverlust oder Beziehungsprobleme. Microsoft erklärt dazu, dass sie in ihrem englischen FAQ zum Skype-Translator darauf hinweisen, dass gesprochene Sätze und automatische Transkriptionen analysiert und Korrekturen ins System eingegeben werden. Allerdings ist nicht ausdrücklich die Rede davon, dass dies durch Mitarbeiter geschieht. Ebenso ist die deutsche FAQ weitestgehend unverständlich, da sie – wie vieles andere – automatisch übersetzt worden ist. Man bemühe sich aber bei der Auswertung der Sprachdaten um größtmögliche Transparenz und Analyse von Aufnahmen geschehe darüber hinaus stets mit der Zustimmung des Nutzers. Auch seien die Daten anonymisiert und würden zu den teilweise von zu Hause aus arbeitenden Mitarbeitern ausschließlich über ein spezielles gesichertes Online-Portal übermittelt.
Der iPhone-Hersteller Apple und der Suchmaschinen-Konzern Google haben diese Auswertungspraxis mittlerweile bis auf Weiteres ausgesetzt. Der Onlinehändler Amazon gibt den Nutzern seines Sprachassistenten in der Alexa-App seit kurzem die Möglichkeit, die Auswertung abzuschalten. Ob Microsoft ähnliche Schritte für den Skype-Übersetzer und Cortana in Erwägung zieht, ist nicht bekannt. Datenschützer sollten sich mit dieser Thematik auseinandersetzen.