Archiv des Autors: Rose & Dmowska

Online zum staatlich geprüften Dolmetscher werden?

In Deutschland ermöglicht die Übersetzer- und Dolmetscherschule Köln als einzige Einrichtung einen Online-Kurs zum staatlich geprüften Dolmetscher für Englisch. Dafür stellt die Schule einen Web-Live-Chat bereit, in dem der Schulleiter Dr. Jerry Neeb-Crippen am Dienstag, 10. Juli 2018 um 18 Uhr das neue Online-Kursangebot zum staatlich geprüften Dolmetscher vorstellen wird. Daneben werden Fragen rund um die Dolmetschertätigkeit und den Kurs auf http://dolmetscherschule.adobeconnect.com/simultan beantwortet.

Zielgruppe sind nur qualifizierte Übersetzer bei diesem berufsbegleitenden Lehrgang. Die Prüfung zum staatlich geprüften Dolmetscher soll zusätzlich zum Übersetzerabschluss angestrebt werden. Sobald der Übersetzer diese Qualifikation nachweisen kann, kann an damit vor Gericht, bei Behörden oder Konferenzen dolmetschen und neue berufliche Tätigkeitsfelder bedienen.

Die Übersetzer sollen die Techniken des Dolmetschens sie im Online-Kurs der Dolmetscherschule erlernen. Der Lehrgang dauert insgesamt sechs Monate bei vier Unterrichtsstunden pro Woche, welche zweimal wöchentlich abends in Live-Webinaren (montags und donnerstags in der Zeit zwischen 18 und 19.30 Uhr) stattfinden. zusätzlich müssen die angehenden Dolmetscher zwei ganztägige Seminare am Samstag in Köln besuchen. Um intensives Arbeiten zu gewährleisten, ist die Teilnehmerzahl auf zehn Personen begrenzt. Dafür kann der Kurs kann aus ganz Deutschland oder aus dem Ausland belegt werden.

Was die Teilnehmer erwarten wird, sind Unterrichtseinheiten zu Simultandolmetschen, Notizentechnik und Konsekutivdolmetschen. Während der zwei Termine in Köln üben sich die Teilnehmer im Flüsterdolmetschen und dem Umgang mit dem technischen Equipment, der sogenannten Flüsteranlage. In Rollenspielen simulieren sie Gerichtstermine. Am Kursende findet die schulinterne Abschlussprüfung statt, bei der ein Zeugnis und Noten in den Hauptfächern ausgegeben wird. Danach sollten sich die Teilnehmer zum angestrebten Abschluss „staatlich geprüfter Dolmetscher“ anmelden. Die externe Prüfung erfolgt durch die Hessische Lehrkräfteakademie in Darmstadt.

Voraussetzung sind weiterhin ein PC oder Tablet und eine stabile Internetverbindung, um im E-Learning miteinander zu kommunizieren. Die  Gebühren liegen monatlich bei 295 Euro. Anmeldungen sind ab sofort möglich. Weitere Details zum Online-Kurs Dolmetscher Englisch erfahren Interessierte auf www.dolmetscherschule-koeln.de.

Die Schule bittet um eine vorherige Anmeldung zum Live-Chat per E-Mail oder telefonisch.

Streik der Übersetzer bei der EU

Die Übersetzer in EU-Parlament haben genug: “Ein bis zwei Stunden pro Tag” wollen sie ihre Tätigkeit unterbrechen. Ihr Ziel ist es, bessere Arbeitsbedingungen durchzusetzen, denn die Parlamentsverwaltung hatte vor Kurzem längere Arbeitszeiten durchgesetzt. Bisher mussten die Übersetzer sieben Stunden am Tag arbeiten. Dies wurde nun auf acht hochgestuft, wogegen sie sich wehren wollen. Beispielsweise arbeiteten Übersetzer im Vergleich dazu bei den Vereinten Nationen sogar nur sechs Stunden maximal.

Die Folgen sind unmittelbar spürbar: Beim Besuch einer Delegation aus Bulgarien versucht Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker, sich auf Englisch und Französisch verständlich zu machen, bevor er verärgert abbricht mit den Worten: „Das hier sei alles nicht normal.“ Mit ihrem Streik dürften die Übersetzer den Arbeitsplan des Parlaments in dieser Woche ordentlich durcheinanderbringen .

Neues aus der digitalen Welt

Neuigkeiten vom IT-Riesen Google: Deren Übersetzer bekommt eine überarbeitete künstliche Intelligenz, die jetzt auch offline ganze Sätze übersetzen können soll.

Vor ungefähr zwei Jahren stellte Google erstmals seine Künstliche Intelligenz (KI) Neural-Machine-Translation (NMT) vor, die die Übersetzungen authentischer machen soll. Dies war allerdings bislang nur online möglich. Nunmehr hat Google in einem Blogbeitrag veröffentlicht, dass die künstliche Intelligenz bald auch offline verfügbar sein soll. Die Technologie der besagten Google-Übersetzer-App wird dann direkt auf dem Android- oder iOS-Endgerät ausgeführt. Die akkurate Übersetzung soll in dem Fall auch ohne Internetverbindung ausgegeben werden können.

Was der Unterschied zur App Google-Übersetzer ist, lässt sich einfach beschreiben: Das NMT-Update der App übersetzt ganze Sätze auf einmal, so wie es bereits online der Fall ist. Die KI bezieht einen breiten Kontext mit ein und stellt die Wörter um, sodass der Satz einen Sinn ergibt. Dadurch lassen sich natürlich Absätze und Artikel einfacher und angenehmer lesen. Im Gegensatz dazu hat die App Google-Übersetzer zwar bereits Offline-Funktionen, allerdings übersetzt sie ganze Sätze Wort für Wort und achtet nicht auf den inhaltlichen Sinn des Satzes. Man könnte die Funktion als die eines heruntergeladenen Wörterbuches beschreiben. Mit der KI ist zudem jede Sprachgruppe nur zwischen 35 und 45 MB groß, nimmt also beim Herunterladen wenig lokalen Speicherplatz ein.

Übersetzer klagt gegen Bamf

Nicht nur Politiker haben mit der sogenannten „Bamf-Affäre“ zu kämpfen, auch nur peripher Beteiligte haben dadurch Problee: Es wird auch ein Dolmetscher im Zusamenhang mit den unrechtmäßigen Asylbescheiden beschuldigt. Dieser wehrt sich mittlerweile vor Gericht dagegen, dass das Bundesflüchtlingsamt ihm keine Aufträge mehr erteilt. Der Anwalt des Übersetzers sagte beim Termin am Amtsgericht Bremen, sein Mandant habe nichts Unrechtes getan, und wisse zudem nicht, was ihm vorgeworfen werde. Zudem kritisierte der Anwalt, sein Mandant habe keine Möglichkeit zu einer Stellungnahme bekommen und er habe wegen haltloser Verdächtigungen seine Arbeit verloren. Am Antsgericht wurde bei einem Gütetermin über eine Kündigungsschutzklage des Dolmetschers verhandelt. Richtiger Klagegegner ist dabei natürlich die Bundesrepublik Deutschland, da das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) eine Bundesbehörde ist. Der Termin Anfang Juni war allerdings erfolglos, da keine gütliche Einigung zwischen beiden Seiten zustande kam.

Als Freiberufler war der selbstständige Dolmetscher von Juni 2016 bis April 2018 für das Bamf auf für die Übersetzung von des Arabisch und Kurdisch angestellt. Gegen ihn ermittelt die Bremer Staatsanwaltschaft. Nach deren Meinung steht er im Verdacht, im Rahmen von Asylverfahren Antragsteller dazu bewegt zu haben, falsche Angaben zu machen. Nach dieser Annahme erhielt der Dolmetscher keine Aufträge durch das Bamf mehr.