Archiv des Autors: Rose & Dmowska

Den richtigen Übersetzer finden

Etwas muss in eine andere Sprache übersetzt werden, die jedoch nicht selbst beherrscht wird? Übersetzer her! Aber wie findet man den besten am einfachsten?

Da zuerst vermutlich die Internet-Suche ansteht, hilft es bereits dort, die Suche selbst einzugrenzen, zum Beispiel durch Region oder Landkreis. Viele große Übersetzerbüros fungieren nur noch als Vermittler und beauftragen externe Freiberufler aus der Ferne. Des Weiteren verfügen die ortsansässigen Industrie- und Handelskammern über eine Liste qualifizierter Übersetzer aus der Region, die weiterhelfen können. Als Referenzrahmen für qualitativ hochwertige Übersetzungen sind die Europäische Norm DIN EN ISO 17100:2016-05, nach der gute Übersetzer arbeiten, sowie eine staatliche Prüfung, nach der man sich je nach Bundesland „staatlich geprüfte Übersetzer“ oder „ermächtigter Übersetzer“ nennen darf. Nur wer diese Prüfung erfolgreich abgelegt hat, darf Dokumente beglaubigen und so die Vollständigkeit und Richtigkeit der Übersetzung gegenüber staatlichen Behörden verifizieren.

Eine Suche nach dem zu übersetzenden Themengebiet hilft ebenso: Viele Übersetzer sind auf einen bestimmten Bereich spezialisiert und bringen so mehr Erfahrung mit.

Zum Thema Preis lässt sich grundsätzlich sagen, dass eine günstige Übersetzung gut gehen kann, aber im Zweifelsfall nicht muss und somit Qualität ihren Preis hat. Ein professioneller und erfahrener Übersetzer setzt sich mit dem Thema auseinander und kreiert eine flüssige und natürlich lesbare Übersetzung, die Sinn macht. Ein Übersetzer hingegen, der den Text in einer gewissen Zeit fertiggestellt haben muss, weil ein angemessener Stundensatz und auch die benötigte Zeit fehlt, könnteeventuell eine Übersetzung liefern, die zwar erledigt ist, aber für eine optimales Ergebnis dringend überarbeitet werden muss. Es liohnt sich somit durchaus, etwas mehr Geld in eine wirklich gute Übersetzung zu investieren.

Die Referenzen eines Übersetzers sind ebenso nicht zu unterschätzen: Wird auf der Homepage ausgewiesen, für wen der in Frage kommende Übersetzer bereits tätig war? Falls nicht der Datenschutz und die Geheimhaltungspflicht im Weg stehen, können Sie den Übersetzer nach einer Probe fragen. Wenn Zeit und Geld vorhanden sind, ist die Erteilung eines Probeauftrages möglich.

Viel Erfolg mit der zukünftigen Suche!

Übersetzer im politischen Fokus

„Ich rufe zu einer Kongressanhörung mit dem Übersetzer auf, der beim Treffen von Präsident Trump mit Putin anwesend war, um aufzudecken, was die beiden privat miteinander diskutierten.“ Das twitterte Jeanne Shaheen, die demokratische Senatorin aus dem Bundesstaat New Hampshire, am 18.7.2018. Besagter Übersetzer könne «in unserem Auftrag» helfen herauszufinden, was Trump mit Putin teilte und was er ihm versprochen haben könnte. Die Aufregung liegt in den Aussagen Trumps begründet, die im Zusammenhang mit einer mutmaßlichen Einmischung Russlands in den Wahlkampf stehen. Der US-Präsident hatte beim Gipfel mit Putin am Montag vor den Medien gesagt: «Ich sehe keinen Grund, warum es (Russland) wäre.» Obwohl die amerikanischen Ermittlungsbehörden und Geheimdienste überzeugt von einer russischen Urheberschaft sind, unterstützte Trump deren Aussagen nicht offiziell. Shaheen ist nicht das einzige Parlamentsmitglied, das eine Anhörung des Übersetzers verlangt: «Der Übersetzer sollte vor den Kongress kommen, um Zeugnis davon abzulegen, was privat gesagt wurde», twitterte der demokratische Repräsentant Joe Kennedy aus dem Bundesstaat Massachusetts. «Falls die Republikaner wirklich so außer sich sind, wie sie vorgeben», dann sollten sie sich noch heute für eine Anhörung starkmachen. Allerdings korrigierte sich Trump im Nachhinein noch: Er habe den Satz sagen wollen: «Ich sehe keinen Grund (…), warum es nicht Russland sein sollte», das hinter den Hackerangriffen steckte. Das «nicht» habe er versehentlich weggelassen. Die komplizierten Erläuterungen des angeblichen Versprechers wiederholte Trump mehrmals.

Auch für Unsinn zu haben: Google-Übersetzer

Den meisten Menschen wird bewusst sein, dass sich mit dem Google-Übersetzer nicht viel anfangen lässt und ein menschlicher Profi offensichtlich die bessere Wahl ist. Ebensowenig ist er für Hausaufgaben und ähnliches geeignet. Allerdings hat der Junge Kammerchor Düsseldorf sich diese Google-Schwäche zu Nutze gemacht und sich einen musikalischen Scherz erlaubt: Sie haben Google das „Jagdlied“ von Mendelssohn in zehn verschiedene Sprachen übersetzen lassen – und danach wieder zurück ins Deutsche. Erwartungsgemäß war das Ergebnis nicht als Übersetzung brauchbar und mehr als abenteuerlich. Der Chor hat diese Versionen trotzdem eingesungen und im Internet verbreitet. Mal eine andere Art von Publicity und viraler Aufmerksamkeit.

Paul-Celan-Preis geht an Thomas Brovot

Für sein übersetzerisches Gesamtwerk erhält der Übersetzter Thomas Brovot (Jahrgang 1958) den Paul-Celan-Preis 2018, der mit 15 000 Euro dotiert ist. Jedes Jahr wird der Preis während der Frankfurter Buchmesse durch den Deutschen Literaturfonds für „herausragende Übersetzungen“ vergeben. Der gebürtige Kölner Brovot arbeitet als freier Übersetzer in Berlin. Er überträgt vor allem literarische Texte aus dem Spanischen ins Deutsche. Darunter sind unter anderem Autoren wie der Lyriker und Dramatiker Federico García Lorca und Literaturnobelpreisträger Mario Vargas Lllosa. Insbesondere wurde durch die Jury Brovots Übersetzung des Romans „Reise zum Vogel Simurgh“ von Juan Goytisolo gewürdigt. zur Begründung hieß es, es sei ihm „auf bewundernswerte Weise“ gelungen, den hochkomplexen Text zu einem „seltenen Lesegenuss“ zu machen. Neben Brovot hatte die Jury sich zwischen weiteren 47 Übersetzern zu entscheiden, die von Verlagen für die Auszeichnung vorgeschlagen worden waren. Der Literaturfonds ist ein gemeinnütziger Verein zur Förderung der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur.