Archiv der Kategorie: Aktuell

Petition zu GKV-Beiträgen

Im Schulterschluss mit mehreren Selbstständigenverbänden fordert der BDÜ fairere Beiträge zur gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung für Selbstständige. Die vom Verband der Gründer und Selbstständigen Deutschland e.V. (VGSD) lancierte Petition kann nun online gezeichnet werden.

Die vom BDÜ mitgetragene Petition wird durch verschiedene politische Aktivitäten der Beteiligten und Unterstützer begleitet, über die weiter berichtet wird. Die Petition ist unter https://www.vgsd.de/faire-beitraege/ zu finden.

Gestützt wird die Petition u. a. durch die von VGSD, BDD und BDÜ beauftragte Studie des Instituts für Gesundheitsökonomik. Die Expertise kann dort nun auch in der Langversion heruntergeladen werden.

Emoji – muss man es bald übersetzen?

Die kleinen, lustigen Bildzeichen, oft aus Zeitnot oder Faulheit stellvertretend für Text verwendet werden, sind bald so vielfältig und kompliziert, dass große Unternehmen überlegen, für ihre Außenwirkung Emoji-Übersetzer zu engagieren. Sie haben sehr großen Einfluss auf die Interpretation von zB Werbebotschaften von Unternehmen. Und die kleinen Zeichen werden zunehmend bedeutender: Eine kürzlich von Facebook veröffentlichte Erhebung gab an, dass jeden Tag fünf Milliarden Icons versendet werden und weiterhin die Interaktion in sozialen Medien steigern. Die Probleme von diesen an sich so praktischen Zeichen sind vielfältig: Je nach Kultur, Technologie und Semantik werden sie unterschiedlich angezeigt oder verwendet. Einige Icons werden beispielsweise je nach Kultur unterschiedlich verstanden: In Japan bedeuten die zusammengelegten Hände ein Danke; im europäischen Raum bedeuten sie hingegen ein Beten. Zudem ist die Anzeige von Emojis je nach Gerät unterschiedlich, sodass diverse Geräte durch anderweitige Darstellung eines Icons ganz andere Bedeutungen transportieren können. Das fehlende heutige Verständnis für die Icons hängt damit zusammen, dass diese ursprünglich in Japan 1999 erfunden wurden, aber in Europa erst 2011 Anklang fanden. So entstanden viele Zeichen, die wenige kennen und erst durch die globalisierten Medien kennen lernen.

Ein Vorteil von Icons ist aber, dass sie im Schreiben oft Gefühle, Mimik und Gesten ersetzen können, bis hin zum Tonfall. Dadurch kann auch das Geschriebene mehr betont werden. Sie werden den Schreibstil eher nicht negativ beeinflussen, da sie nur das ersetzen, was vom Gespräch in der geschriebenen Kommunikation fehlt.

FIT-Award für BDÜ-Website

Dem XXI FIT World Congress in Brisbane vom 3. bis 5. August ging die zweitägige ordentliche Mitgliederversammlung der inzwischen auf 130 Mitgliedsverbände angewachsenen International Federation of Translators (FIT) voraus. Den BDÜ vertraten in Australien Präsident André Lindemann und Vizepräsident Ralf Lemster.

Neben einem neuen Council und einem neuen Executive Committee wurde mit Kevin Quirk aus Norwegen auch ein neuer Präsident des Weltdachverbands der Dolmetscher- und Übersetzerverbände gewählt. Außerdem erhielt die Asociación Cubana de Traductores e Intérpretes (ACTI) den Zuschlag für die Ausrichtung des XXII FIT World Congress in Varadero im Dezember 2020.

Einen der Höhepunkte des anschließenden Kongresses, zu dem mehr als 700 Teilnehmer aus aller Welt angereist waren, stellte für den BDÜ die Verleihung des FIT-Awards für die beste Website dar. Mit Stolz nahm Ralf Lemster die Auszeichnung aus den Händen von Executive-Comittee-Mitglied Reina de Bettendorf entgegen (s. Bild) und bedankte sich ausdrücklich bei der Projektleiterin Berit Haritonow sowie allen, die sich für die Online-Auftritte sowohl auf Bundes- als auch auf Ebene der BDÜ-Mitgliedsverbände engagiert haben und dies immer noch tun. Denn die Internetpräsenz des Verbands lebt und wird ständig weiterentwickelt. Daher nahm Ralf Lemster auch gleich die Gelegenheit wahr, auf die diesjährige Web-Aktion zum Hieronymustag am 30. September #iconnectworlds hinzuweisen, die nicht nur auf Mannheim bzw. Deutschland beschränkt bleiben, sondern gern weltweit Nachahmer finden soll.

Eine gelungene (Buch-) Übersetzung

Was ist das Geheimnis einer gelungenen Romanübersetzung?

Als Übersetzer sollte man sich zunächst im Klaren darüber sein, welche Leistung man erbringen soll und was erwartet wird: Es soll keine seelenlose Wort-für-Wort-Wiedergabe des Ursprungstextes sein. Sondern es ist vielmehr gefordert, die Lebhaftigkeit, den Stil, die Sprachstruktur und die Eigendynamik des jeweligen Originals in der Übersetzung zu erhalten und wiederzugeben. Daher ist der Übersetzer nicht weniger kreativ als der Autor, da er passende Wortwendungen in der Zielsprache finden muss, die auch einer Wortneuschöpfung der ursprünglichen Autors gerecht werden. Wenn lediglich Wörter übersetzt werden, ohne die tiefere Bedeutung des Geschriebenen in die Zielsprache zu transferieren, dann liegt eine nicht gelungene Übersetzung vor. Der Übersetzer muss Emotionen, zwischenmenschliche Beziehungen und Unausgeprochenes „zwischen den Zeilen“ in die Zielsprache übertragen. Kulturbezogen muss man dann auch mal national verwendete Worthülsen verwenden, damit der Text funktioniert. Die Stimmung des übersetzten Textes entsteht, wenn man Wörter neu in Beziehung zueinander setzt, wobei allerdings sehr genau auf die Aussage des Textes geachtet werden muss, da diese nicht verloren gehen oder verändert werden darf.

Literarische Texte zu übersetzen fordert also beides: Hohe Genauigkeit, aber auch ein Maß an Kreativität.