Archiv der Kategorie: Aktuell

Förderung für junge Übersetzer

Noch bis Ende August können sich junge Literaturübersetzer für das Goldschmidt-Programm 2018 für die junger Altersklasse bewerben. Das Programm richtet sich an Literaturübersetzer bis 30, in Ausnehmefällen bis 35 Jahren, die aus der Schweiz, Frankreich und Deutschland kommen.

Die Frankfurter Buchmesse organisiert jedes Jahr zusammen mit dem Bureau International de l’Édition Française (BIEF), dem Deutsch-französischen Jugendwerk (DFJW) und der Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia das Goldschmidt-Programm für junge Literaturübersetzer, wobei die Arbitssprachen Deutsch und Französisch sind. Den Stipendiaten werden neben einem monatlichen Stupendium des DFJW in Höhe von 900 Euro auch Übersetzungswerkstätten unter der Leitung erfahrener LiteraturübersetzerInnen in Arles und Berlin geboten. Ebenso finden Seminare und Verlagsbesuche in Frankreich, der Schweiz und Deutschland sowie eine öffentliche Lesung in Paris statt.

Die Bewerbungsmodalitäten finden sich mitsamt genauerer Informationen unter buchmesse.de.

Freeze-Mob zum Weltübersetzertag

Ein Aufruf vom Bundesverband der Dolmetscher und Übersetzer:

Wir rufen alle Dolmetscher und Übersetzer auf, sich am kommenden Hieronymustag (30. September 2017) an dem geplanten Freeze-Mob der BDÜ-Regionalgruppe Heidelberg/ Mannheim zu beteiligen!
Ziel dieser Aktion ist es, die Vielfalt, Fachlichkeit und Professionalität unserer Berufe in der Öffentlichkeit darzustellen. Sie wird im Video festgehalten und über die sozialen Medien einem breiten Publikum vermittelt.
Wir freuen uns auf viele Teilnehmer, die eine breite Vielfalt der Sprachen, Fachgebiete und Nationalitäten manifestieren!

Dolmetscher im Einsatz: Schweiz

In der Schweiz haben Dolmetscher manchmal auch eine ungewöhnliche Spezialisierung: Sie übersetzen vor Ort bei Spitälern, wenn eine ärztliche Untersuchung ansteht und der Patient keine der in der Schweiz geprochenen Sprachen beherrscht. Ziel ist es, Missverständnisse zu vermeiden und die Patienten ausfühlich und korrekt über Krankheit und Behandlungsmöglichkeiten zu informieren. Dabei ist die Nachfrage rasant gestiegen: Von 89 Einsätzen in einem Spital im Jahr 2009 stieg die Zahl der Einsätze 2016 bereits auf 2008. Im Kantonsspital Aarau sind es momentan dabei 37 Sprachen, die übersetzt werden, unter denen Türkisch, Arabisch und Albanisch sind. Bislang tragen die Spitäler selbst die Kosten. Es wird aber eine Lösung unter finanzieller Beteiligung der Kantone und des Bundes gesucht, um die Krankenhäuser zu entlasten.

Die Besonderheiten einer Übersetzung für einen Arzt bestehen nicht nur in der Kenntnis der Fachbegriffe, sondern auch darin, einfühlsam eine etwaige schwere Diagnose zu vermitteln. Dabei muss auch erklärt werden, dass manche Krankheiten, die in einer bestimmten Region als nicht behandelbar gelten, in der Schweiz durchaus heilbar sind. Dies gilt zum Beispiel für Tuberkulose. Zudem wird bewusst darauf verzichtet, Deutsch sprechende Angehörige um eine Übersetzung zu bitten, da die professionale Distanz gewahrt werden soll. Gerade im Fall von Kindern, die die Krankheit übersetzen müssten, könnten Missverständnisse entstehen: Kinder verstehen das Krankeitsbild oft nicht richtig, schämen sich, es ihren Eltern mitzuteilen oder scheuen sich, die Überbringer einer schlechten Diagnose zu sein. Davon entlastet eine dritte, neutrale Partei, in dem Fall der Übersetzer. Dabei ist auch eine enge Zusammenarbeit von Arzt und Dolmetscher wichtig, damit letzterer sich etwa darauf vorbereiten kann, dass Tränen fließen werden und dann entsprechend feinfühlig sprechen kann.

Fußball: Ohne Übersetzer geht es nicht

Auch beim Fußball sind Übersetzer am Platz, vor allem im Training, sehr gefragt. Oftmals kommen gerade zum Training für die neue Saison internationale, nicht deutschsprachige Spieler neu in den Kader dazu, die sich erst in der neuen Umgebung zurechtfinden und mittelfristig Deutschkenntnisse erwerben müssen. Damit die Verständigung zwischen Trainer, Spieler, Ärzten oder auch bei den Spielern untereinander funktioniert, helfen kurzfristig Dolmetscher, die oftmals auch mehrere der gängigen Sprachen beherrschen – vor allem Französisch, Englisch, Brasilianisch, Portugiesisch. Aber auch die Spieler selbst, von denen unter den Stammspielern auch oftmals nicht wenige nicht-deutschsprachige sind, leisten bei der Kommunikation eine wichtige Intergrationsfunktion für den Neuzugang. Das unterstützt auch die Dynamik in der Mannschaft. Für die Erklärung von komplexen Spielzusammenhängen durch den Trainer allerdings müssen wieder Dolmetscher helfen, weil die neuen Spieler zwar schnell kurze, prägnante Kommandos lernen, aber wichtige Hinweise nur in der Muttersprache zur Gänze erfassen können. Es zeigt sich, dass Dolmetschern ein weites Berufsfeld mit vielfältigen Möglichkeiten offen steht – und man im Idealfall Hobby mit Beruf verbinden kann.