Archiv der Kategorie: Aktuell

Deutsche Knderbücher auf Arabisch

Seit ungefähr drei Jahren suchen nun vermehrt Verlage Übersetzer für Arabisch, denn sie wollen deutsche Geschichten ins Arabische übersetzen lassen oder zweisprachige Kinderbücher auf Deutsch und Arabisch herausbringen wollen. Der Anlass für die Nachfrage ist dabei eigentlich die Flüchtlingskrise. Bei vielen Verlagen bleiben solche Vorhaben leider im Planungsstadium stecken, da die deutsch-arabische Kinderliteratur zwangsweise ein Nischenprodukt ist, da die Nachfrage von Seiten der Leser gering ist. Zwar sei nach dem Zuzug vor allem syrischer Flüchtlinge die Diskussion unter Verlagen wieder aufgeflammt, dass für deren Kinder Bücher benötigt werden – wie bei Kindern türkischer Einwanderer vor Jahrzehnten. Dennoch bleibt das Produkt für Verlage unwirtschaftlich, da man Eltern nicht in den Buchhandel bekommt. Dabei würden Kinderbücher den Kindern helfen, einerseits die Heimatsprache gut zu können (in dem Fall für syrische Kinder arabisch) und gleichzeitig Deutsch zu erlernen, um sich integrieren zu können und am schulischen Austausch teilnehmen zu können. Immerhin liegen beim Bundesfamilienministerium bestimmte Publikationen bereits mehrsprachig vor.

Infoveranstaltung am 19. Februar im BiZ Vechta

Internationale Verflechtungen nehmen In der Arbeitswelt aufgrund der Globalisierung immer weiter zu. Dies erfordert gut ausgebildete Fachkräfte, die sich in mehreren Sprachen verständigen können und für gute Verständigung sorgen können. Wer sich für eine Karriere als Fremdsprachenkorrespondent oder staatlich anerkannter Übersetzer interessiert, kann sich am Montag, 19. Februar 2018 um 16:00 Uhr im Berufsinformationszentrum (BiZ) der Agentur für Arbeit in Vechta, Rombergstraße 51, informieren. Rolf-Werner Eilert und Ingrid Wacker von der Sprachschule Eilert aus Osnabrück werden beide Berufe und Abläufe der Ausbildungen erläutern. Die Veranstaltung ist kostenlos. Teilnehmeranmeldungen sind telefonisch unter 04441 / 946 – 1622 oder per E-Mail an vechta.biz@arbeitsagentur.de erwünscht. Für weitere Informationen können sie die Homepage www.arbeitsagentur.de/vechta aufrufen.

GroKo: BDÜ-Analyse zum Vertragsentwurf

Gleich nach Veröffentlichung des von Union und SPD aufgesetzten Koalitionsvertrags nahm der Bundesverband der Dolmetscher und Übersetzer (BDÜ) die Analyse des fast 180 Seiten starken Dokuments in Angriff.
Der Vertrag wurde vor allem im Hinblick auf die Punkte durchleuchtet, welche für die vertretene Berufsgruppe besonders relevant sind. Einige Aspekte, zu denen der BDÜ als größter deutscher Berufsverband der Branche bereits im Vorfeld der Bundestagswahl intensive Gespräche mit Vertretern unterschiedlicher Parteien geführt hatte, finden sich in der aktuellen Entwurfsfassung wieder.

So ist natürlich ein zentrales Thema für die zu rund 80 Prozent selbstständig bzw. freiberuflich tätigen BDÜ-Mitglieder die soziale Sicherheit: Gemäß der nun vorliegenden Vertragsfassung sollen sowohl die Altersvorsorge als auch die Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung für (Solo-)Selbstständige gründerfreundlich, entlastend und gerechter gestaltet werden. Die Bemessungsgrundlage für die GKV-Mindestbeiträge beabsichtigt man um fast die Hälfte zu senken (von heute 2283,75 Euro auf 1150 Euro).

Des Weiteren soll auch das Statusfeststellungsverfahren für Selbstständige (Stichwort: Scheinselbstständigkeit) vereinfacht und bezogen auf die Sozialversicherung widerspruchsfrei ausgestaltet werden. Dies wäre ein wichtiger Schritt in Richtung Rechtssicherheit, auch wenn Dolmetscher und Übersetzer von dieser Problematik in geringerem Maße betroffen sind als andere Berufsgruppen.

Nicht zuletzt scheinen auch die langjährigen Bemühungen des BDÜ um eine bundesweite Harmonisierung der Beeidigungsvoraussetzungen zu fruchten: Für das Dolmetschen und Übersetzen bei Gericht sollen bundeseinheitliche Qualitätsstandards eingeführt werden. (Siehe auch das BDÜ-Positionspapier zu diesem Thema.)

Die nachhaltigen Aktivitäten, ausführlichen Gespräche und sorgfältig gepflegten Kontakte zu politischen Entscheidungsträgern auf Bundes- wie auf Länderebene zeigen also Wirkung. Sollte die letzte Hürde genommen werden und die Große Koalition aus CDU/CSU und SPD die nächste Regierung bilden, wird der BDÜ die Umsetzung und Ausgestaltung der im Vertrag genannten Absichten genau beobachten, beratend begleiten und kommentieren sowie die Ziele im Sinne der Verbandsmitglieder und des gesamten Berufsstands entschlossen weiterverfolgen.

Konferenz im Literarischen Colloquium Berlin

Im Literarischen Colloquium Berlin fand die Auftaktveranstaltung für ein neues Förder- und Austauschprogramm statt, das unter dem Namen „Toledo – Übersetzer im Austausch der Kulturen“ anläuft. Die spanische Stadt war einst der Schmelztigel der Kuturen und ein Ort intensiver Übersetzertätigkeit.

Es ist ein Branchentreff und ein Fest der literarischen Übersetzung gleichermaßen. Zur Begrüßung um 19 Uhr durch Thomas Brovot, Vorsitzender des Deutschen Übersetzerfonds, waren alle Plätze im großen Saal des LCB, des „Literarischen Colloquium Berlin“ besetzt. Der Name Toledo soll bewusst die Tradition der europäischen Übersetzerkultur weiterführen und das Programm soll literarische Übersetzer*innen unterstützen, ihre Mittlerrolle in der Vermittlung von Kulturen aktiv auszuüben.

Förderung von Veranstaltungen, Expeditionen und Kooperationen

Für Veranstaltungen, Expeditionen oder Kooperationen stellt die Robert Bosch Stiftung  dem Deutschen Übersetzerfonds nun jährlich 450.000 Euro für dieses international ausgerichtete Programm „Toledo“ zur Verfügung. Zu einem besonderen Moment wurde der Eröffnungsabend auch deswegen, weil die Übersetzerförderung der Robert Bosch Stiftung in die Hände des Deutschen Übersetzerfonds gegeben wurde. Die Organisation, die von Übersetzern für Übersetzer gegründet wurde, bekam die  Fördermittel in die Hände der Übersetzer selbst.

In den Räumen des LCB und auch auf der Terrasse waren an dem Eröffnungsabend Bühnen aufgebaut. Auf der einen setzte sich der amerikanische Autor Joshua Cohen, auch Festredner von „Toledo“, gemeinsam mit dem Publikum mit den Tweets von Donald Trump auseinander. Auf einer anderen Bühne berichtete Nora Pröfrock aus Bergen, welche Spuren das Übersetzen verstörender Texte wie zum Beispiel über den Massenmörder Breivik hinterlässt.

Die Übersetzerin Claudia Hamm stand mit weißer Kochmütze und Schürze in der Küche des LCB, wo sie Russisch Brot buk. Symbolisch soll das Verspeisen dieses Buchstabengebäcks zeigen, wie beim Übersetzen manchmal aus einer Sache eine andere wrid und wie man mit Sprachen vielseitig umgehen und herumbasteln kann.

Auf einer der Bühnen das Kollektiv „Wiese“ aus Berlin-Moabit und lebt den „Traum von Toledo“ im Kleinen nach: eine Übersetzerwerkstatt für Menschen mit und ohne Migrationshintergrund.

Alles in Allem wurde den Gästen ein gelungener Abend mit verschiedenster Unterhaltung mit Bezug zur Übersetzertradition geboten.